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Lass mich! Wildtiernachwuchs bitte nicht einsammeln

Lass mich! Wildtiernachwuchs bitte nicht einsammeln
Foto: C. Hammer
Von: Uwe Tschirner
Im Frühling und Frühsommer häufen sich Meldungen über vermeintlich verlassene Jungtiere. Der Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec mahnt, Wildtiere nicht vorschnell mitzunehmen.

Warum viele Jungtiere gar nicht verlassen sind

Mit Beginn der Frühjahrs- und Frühsommerzeit erreichen die Wildtierauffangstation des Naturschutz-Tierparks Görlitz-Zgorzelec zahlreiche Anrufe besorgter Menschen. Oft geht es um Rehkitze, junge Hasen, Waschbären, Füchse oder Jungvögel, die auf den ersten Blick hilflos wirken. Doch in vielen Fällen handelt es sich um ganz normales Verhalten wildlebender Tiere.

„Bitte sammeln Sie keine Jungtiere ein“, sagt Mitarbeiterin Manuela Kleemann. Die Elterntiere seien meist in der Nähe und kehrten zurück, sobald sie sich unbeobachtet fühlten. Gerade bei vielen Arten ist es Teil der natürlichen Strategie, den Nachwuchs zeitweise allein zu lassen, um keine Fressfeinde anzulocken.

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Natürliche Entwicklung statt menschlicher Eingriff

Auch junge Füchse, Waschbären oder Igel erkunden ihre Umgebung früh. Bei Vögeln verlassen sogenannte Ästlinge das Nest oft, bevor sie vollständig flugfähig sind. Das sieht für Menschen nach einer Notsituation aus, ist aber häufig ein wichtiger Entwicklungsschritt.

Wer ein Jungtier entdeckt, sollte es zunächst aus angemessener Entfernung beobachten. Bleibt es über längere Zeit am selben Ort oder zeigt es deutliche Verletzungen, kann fachkundige Hilfe sinnvoll sein. Der Tierpark rät jedoch ausdrücklich davon ab, Tiere vorschnell mitzunehmen.

Wie Spaziergänger Wildtiere besser schützen können

Zum Schutz des Nachwuchses bittet der Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec außerdem darum, Hunde anzuleinen und Katzen von Bereichen fernzuhalten, in denen sich Jungtiere aufhalten könnten. So lassen sich Stress und Gefahr für die Tiere deutlich verringern.

In Zweifelsfällen empfiehlt die Wildtierauffangstation, vor einer Mitnahme Kontakt aufzunehmen. Unter der Telefonnummer (0160) 90 95 48 00 erhalten Finderinnen und Finder eine fachkundige Einschätzung. So kann unnötiges Leid vermieden werden – und Wildtiere bleiben dort, wo sie hingehören: in der Natur.

Uwe Tschirner
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Uwe Tschirner

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