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Kriminaltechnische Untersuchungen zum Hauseinsturz in Görlitz abgeschlossen

Kriminaltechnische Untersuchungen zum Hauseinsturz in Görlitz abgeschlossen
Foto: Polizeidirektion Görlitz
Von: Uwe Tschirner
Die kriminaltechnischen Untersuchungen am eingestürzten Haus in der James-von-Moltke-Straße sind beendet. Erste Gutachten sprechen dafür, dass eine Explosion eines Gas-Luft-Gemisches die Ursache des Unglücks gewesen sein könnte.

Untersuchungen am Unglücksort abgeschlossen

Die umfangreichen kriminaltechnischen Arbeiten am eingestürzten Haus in der James-von-Moltke-Straße in Görlitz sind am Freitag, dem 19. Juni 2026, beendet worden. Nach Angaben von Staatsanwaltschaft Görlitz und Polizeidirektion Görlitz wurden die Maßnahmen in enger Abstimmung mit Sachverständigen durchgeführt und über einen längeren Zeitraum mit großem Aufwand begleitet.

Auch die zeitweise stillgelegten Gasrohrleitungen wurden inzwischen geprüft und für den regulären Betrieb wieder freigegeben. Damit ist ein wichtiger Schritt in der technischen Aufarbeitung des Vorfalls abgeschlossen. Die Wiederherstellung des betroffenen Gebäudes sowie die Sicherung der Statik der umliegenden Häuser liegen nun bei den jeweiligen Eigentümern. Wann die Straße wieder für den Verkehr freigegeben werden kann, ist derzeit noch offen.

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Verdacht auf Explosion eines Gas-Luft-Gemisches

Nach den ersten gutachterlichen Feststellungen verdichtet sich der Verdacht, dass eine Explosion eines Gas-Luft-Gemisches das Unglück ausgelöst haben könnte. Ein Defekt an den Gasleitungen der Stadtwerke Görlitz wird nach bisherigem Ermittlungsstand als Ursache ausgeschlossen. Die Ermittler gehen damit derzeit nicht von einem technischen Versagen des örtlichen Versorgungsnetzes aus.

Die genauen Abläufe sind jedoch weiterhin Gegenstand der Untersuchung. Die Staatsanwaltschaft betont, dass die Ermittlungen ergebnisoffen geführt werden und erst die Auswertung aller Spuren und Gutachten ein vollständigeres Bild liefern kann.

Spurenmaterial und Gutachten als aufwendiger Schwerpunkt

Besonders anspruchsvoll ist die Auswertung des komplexen Spurenmaterials. Dazu gehören DNA-Spuren, daktyloskopische Spuren und Formspuren. Zusätzlich werden beauftragte Sachverständigengutachten erstellt, deren Auswertung noch geraume Zeit in Anspruch nehmen dürfte.

Ein wichtiger Baustein der Untersuchung ist die Rekonstruktion der Gasinstallation im Keller des eingestürzten Gebäudes. Alle dort befindlichen Teile der Anlage wurden gesichert und werden nun durch das Landeskriminalamt Sachsen als 3D-Modell zusammengesetzt. Ziel ist es, zu prüfen, ob an einzelnen Abschnitten des Leitungssystems vor der Explosion Manipulationen vorgenommen worden sein könnten oder ob Schäden ausschließlich als Folge des Unglücks zu bewerten sind.

Hinweise aus der Bevölkerung helfen bei der Rekonstruktion

Auch die Öffentlichkeitsfahndung vom 7. Juni 2026 hat weitere Erkenntnisse gebracht. Bislang gingen elf Hinweise ein, die nach Angaben der Ermittler allesamt geprüft wurden. Sie tragen vor allem dazu bei, die Bewegungsbilder der beiden Tatverdächtigen am Tag des Geschehens weiter zu vervollständigen.

Die Behörden setzen weiter auf die Mithilfe der Bevölkerung. Jeder zusätzliche Hinweis kann helfen, den zeitlichen Ablauf und mögliche Kontakte oder Aufenthaltsorte genauer nachzuzeichnen. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft bleiben solche Informationen für die weitere Ermittlungsarbeit wichtig.

Ermittlungen mit Bezug nach Polen laufen weiter

Im Rahmen der Rechtshilfe mit der Republik Polen hat die Staatsanwaltschaft Görlitz weitere Ermittlungsersuchen gestellt. Erste Ergebnisse liegen bereits vor; darunter sind übermittelte Telefonverbindungsdaten. Diese sollen in die laufende Auswertung einbezogen werden und können helfen, Bewegungen und Kommunikationswege besser zu verstehen.

Gleichzeitig stellten die Behörden klar, dass nicht wegen Menschenhandels ermittelt wird. Hintergrund dieser Klarstellung sind offenbar zahlreiche Nachfragen, die in den vergangenen Tagen an die Ermittler herangetragen wurden. Die laufenden Verfahren konzentrieren sich nach derzeitiger Darstellung auf die Umstände des Hauseinsturzes und die mögliche Explosion im Gebäude.

Weitere Aufklärung dauert an

Obwohl die kriminaltechnischen Untersuchungen vor Ort abgeschlossen sind, steht die eigentliche kriminalistische und gutachterliche Arbeit noch am Anfang der Auswertung. Für die beteiligten Behörden bleibt entscheidend, alle Spuren sorgfältig zusammenzuführen und mögliche Ursachen ohne Vorfestlegung zu prüfen. Erst danach wird sich genauer beurteilen lassen, wie es zu dem Unglück kommen konnte und welche Folgen daraus rechtlich abzuleiten sind.

Uwe Tschirner
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Uwe Tschirner

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