Ein Haus ist eingestürzt. Mitten in der Stadt. Mitten im Leben. Drei Menschen sind tot. Die Einsatzkräfte arbeiten unter schwierigsten Bedingungen, Stein um Stein, Schicht um Schicht. Und die Angehörigen warten – auf Nachrichten, auf Gewissheit, auf Antworten, die vielleicht niemand geben kann.
Es gibt in diesen Tagen nichts Wichtigeres als das.
Die James-von-Moltke-Straße ist abgesperrt. Was dahinter liegt, ist eine Unglücksstelle, ein Trümmerfeld – und ein stiller Ort der Erinnerung, den man nur aus der Ferne ahnen kann. Görlitz hält den Atem an.
Selbst der Wahlkampf, der die Stadt noch vor wenigen Tagen beherrscht hat, ist plötzlich ganz klein geworden. Die Lautsprecher schweigen. Das ist richtig so. Das ist anständig. Die Plakate hängen zwar noch, aber niemand schaut sie an.
Und dann ist da noch die mediale Aufmerksamkeit. Kameras, Mikrofone, Reporter – sie sind da, seit die ersten Einsatzwagen kamen. Sie fragen, sie filmen, sie senden. Das kann sich seltsam anfühlen, in einer Stadt, die gerade um Fassung ringt. Aber auch sie machen nur ihren Job. Sie erzählen die Geschichte für alle, die nicht hier sind.