Ein persönlicher Bericht von Sonja Ladusch
An einem Sonntagmorgen gehen ein paar Menschen die Dorfstraße in Oderwitz entlang. Sie haben etwas in ihren Händen, etwas Langes. Eimer haben sie auch dabei. Jetzt kommen sie näher und man erkennt, dass das Lange eine Greifzange ist. Damit heben sie Müll auf, der am Wegesrand liegt und packen ihn in ihre Eimer. Sie suchen förmlich nach Müll und laufen anschließend gemächlich weiter zum nächsten Stück.
Warum machen Menschen so etwas? Machen sie das freiwillig?
Ich kann es Ihnen sagen, denn ich bin selbst so ein Mensch, den sie in der oben beschriebenen Szene beobachten könnten. Warum wird Müll gesammelt? Weil er anfällt. Eine simple Antwort. Aber nicht nur das. Müll fällt an und wird nicht entsorgt, er wird sogar aktiv fallen gelassen. Und bleibt dann liegen, in unseren Straßen. Er wird umher geweht durch den nächsten Wind, der durch die Gassen braust. Wird aufgeweicht, durch den nächsten Regen, der fällt oder er wird durch riesige Pflugmaschinen in unsere Böden eingearbeitet, wenn er davor einen Platz auf einem Feld gefunden hat. Er wird in der Kompostieranlage gehäckselt, wenn Plastikmüllbeutel im Biomüll waren. Wir haben kleinste Plastikteile, die in unseren Erden landen – und diese werden im Boden zersetzt und zu Mikroplastik. Dieser ist nicht mehr mit bloßem Auge erkennbar und wir Menschen – und auch alle Lebewesen auf der Erde – nehmen diese Kleinstteile in unseren Organismus auf.