An der Weißen Mauer ist es bunt
Ein farbenfroher Auftakt für den Skatepark
An der neu verputzten Mauer am Eingang zum zukünftigen Skatepark in der Görlitzer Innenstadt-West ist ein auffälliges Graffiti entstanden. Der bunte Schriftzug „Skate“ macht schon jetzt sichtbar, wofür der Ort künftig stehen soll: Bewegung, Kreativität und gemeinsames Erleben. Für viele Menschen in der Nachbarschaft ist die Gestaltung ein erster markanter Blickfang auf dem Weg zum neuen Freizeitangebot.
Ein Projekt mit langer Vorbereitung
Bis zur Umsetzung verging allerdings einige Zeit. Das Vorhaben wurde im ESF-finanzierten Jugendbeteiligungsprojekt „Junger Wilder Westen“ in Trägerschaft des Second Attempt e.V. gemeinsam mit der Stadtverwaltung Görlitz entwickelt und abgestimmt. Ziel war es, die rund 23 Meter lange Mauer als einprägsames Aushängeschild für den entstehenden Skatepark zu gestalten.
Entwürfe, Umfrage und Jury
Den Anfang machte im Januar 2026 ein Kurs unter Anleitung des Graffitikünstlers Avis Sr. Dabei entstanden sechs Entwürfe für die Fläche. Anschließend folgte eine öffentliche Umfrage, an der online abgestimmt werden konnte. Beim ersten Baustellencafé vor Ort war zusätzlich eine analoge Beteiligung per Zettel möglich. Im April 2026 entschied schließlich eine Jury mit Vertretenden städtischer Ausschüsse und verschiedener Akteure aus dem Stadtteil über den Favoriten. Die Ergebnisse der Online-Umfrage flossen dabei zu 25 Prozent in die Entscheidung ein.
Ein Wochenende voller Spraydosen und Stimmen aus der Nachbarschaft
Im Juli 2026 wurde der Siegerentwurf dann an einem ganzen Wochenende umgesetzt. Sieben Sprayer aus der Region arbeiteten unter Anleitung von Avis Sr. an der Wand. Die Beteiligten brachten bereits Erfahrung mit der Dose mit, sind jedoch keine professionellen Künstler. Entlohnt wurden lediglich der Workshopleiter und nicht die übrigen Mitwirkenden. Trotz kurzfristiger Lieferschwierigkeiten beim Material gelang die Gestaltung fast vollständig bis Sonntagnachmittag.
Während der Arbeiten blieb die Mauer nicht unbemerkt: Vorbeifahrende Autos hielten an, Passantinnen und Passanten blieben stehen, um das entstehende Werk zu betrachten. Immer wieder gab es positive und wertschätzende Rückmeldungen. Der letzte Feinschliff am Kunstwerk soll im August folgen, wenn auch die Bauarbeiten am Skatepark bereits weiter fortgeschritten sind.
So ist an der Weißen Mauer schon vor der Eröffnung ein Ort entstanden, der Vorfreude weckt und zeigt, wie stark Beteiligung und Gestaltung zusammenwirken können.