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Erst ich, dann mein Sohn: Mit 47 zum ersten Mal vom Zehn-Meter-Turm

Campingplatz
Der Zehn-Meter-Turm im Waldstrandbad. Von unten sieht er machbar aus. (Foto: Thomas Wolf)
Von: Thomas Wolf
Zehn Tage Camping im Trixi Park im Zittauer Gebirge – zu fünft, mit zwei 15-Jährigen und einem sechs Monate alten Baby. Über nasse Anfangstage, kostenlose Herdplatten und einen Sprung, für den ich mehrere Nächte gebraucht habe.


Zuhause auf Zeit – Stellplätze zwischen Kiefern und Birken, abends wird es still. Foto: Thomas Wolf

Zwei Erwachsene, zwei 15-jährige Söhne und ein sechs Monate altes Baby: Wir haben im Sommer zehn Tage lang auf dem Campingplatz des Trixi Parks in Großschönau im Zittauer Gebirge gestanden – und ich bin dort mit 47 Jahren zum ersten Mal in meinem Leben vom Zehn-Meter-Turm gesprungen. Nicht spontan, sondern nach ein paar Nächten Bedenkzeit. Was das mit meinem Sohn gemacht hat, wie sich Camping mit Säugling zwischen Dauerregen und Hitze anfühlt und was der Platz wirklich kann, steht hier.
Der Turm: eine Ansage, keine Mutprobe

Wir haben es der Reihe nach gemacht. Erst der Einer, ein Aufwärmen mehr als ein Sprung. Dann der Dreier, der schon ernster wird, weil der Boden plötzlich weit weg ist. Der Fünfer kostet Überwindung – aber der Fünfer saß irgendwann sicher.

Und dann kam der Zehner. Aber nicht am selben Tag.

Zwischen dem Fünfer, der sich am Ende leicht anfühlte, und dem eigentlichen Sprung aus zehn Metern lagen bei mir ein paar Nächte. Nächte, in denen man abends auf dem Platz liegt und den Sprung im Kopf durchgeht. Man weiß rational, dass es funktioniert – der Körper macht ja nichts anderes als beim Fünfer, nur länger. Und man weiß gleichzeitig, dass man oben stehen und sich neu entscheiden wird. Das ist der Teil, den man nicht wegtrainieren kann.

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Wer also glaubt, das sei eine Sache von zwanzig Minuten Anlauf: Bei mir waren es Tage. Und ich halte das inzwischen für den ehrlicheren Weg.

Wir haben an dem Nachmittag, an dem es dann so weit war, viele Menschen die Treppen hochklettern und wieder umkehren sehen. Das ist keine Schande, sondern eine vernünftige Entscheidung. Zehn Meter sind eine Ansage und zwar nicht nur im Kopf. Der Aufprall ist eine körperliche Belastung, die man nicht unterschätzen sollte. Wer nicht sauber senkrecht und mit angespanntem Körper eintaucht, spürt das.

Dann war der Tag gekommen. Wir sind zu dritt nach oben gestiegen und haben immer wieder runter und uns angeschaut. Ich bin den Sprung im Kopf immer wieder durchgegangen, habe drei Sekunden Körperspannung gehalten, um den Flug zu simulieren. Dann kam der Impuls und ich bin gesprungen. Wow, was für ein Gefühl. 

Einer meiner Söhne fing dann mit der gleichen Vorbereitung an, der andere ist die Treppe wieder runter gegangen. Auch das ist völlig in Ordnung, und das sollte man Kindern in solchen Momenten auch sagen. 

Der Turm im Waldstrandbad ist laut Betreiber der einzige Zehn-Meter-Turm der Oberlausitz. Ich habe das nicht geprüft, aber der Turm war auf jeden Fall da.

Wichtig: Springt nur, wenn ihr sicher schwimmen könnt, körperlich fit seid und die Regeln des Bades beachtet. Umkehren ist immer erlaubt. Niemand oben auf der Plattform hat das Recht, euch zu drängen.

Erst Regen, dann Hitze – und der Wald als Rettung

Die ersten Tage waren verregnet. Camping bei Dauernieselregen ist ein Charaktertest – mit einem sechs Monate alten Baby ist es zusätzlich eine logistische Übung. Wickeln, Stillen, Mittagsschlaf: Das alles findet dann eben nicht draußen statt. Wer nur ein verlängertes Wochenende bleibt, fährt sicher mit gemischten Gefühlen nach Hause. Wir hatten zehn Tage und das war der entscheidende Unterschied. Nach zwei Tagen schlug das Wetter um und es wurde schön warm.

Manchmal zu warm. Genau da zeigte der Platz seine größte Stärke: den angrenzenden Wald. Ein paar Schritte vom Stellplatz entfernt fällt die Temperatur spürbar, es wird still, und aus einem Hitzenachmittag wird eine Pause. Abkühlung und Entspannung im selben Paket. Das kann nicht jeder Campingplatz bieten.


Ein paar Schritte vom Stellplatz: Der angrenzende Wald bringt an heißen Tagen sofort Kühle. Foto: Thomas Wolf

Die Sanitäranlagen: kein Luxus, aber sauber

Reden wir über das Thema, über das beim Camping wirklich entschieden wird, erst recht, wenn ein Säugling dabei ist. Die Sanitäranlagen im Trixi Park bieten keinen Luxus. Sie bieten aber etwas Wichtigeres: absolute Sauberkeit und echte Familientauglichkeit. Vom Babybad bis zum Familienbad ist alles da, was Eltern mit kleinen Kindern brauchen und was Eltern mit großen Kindern schätzen, weil niemand vor der Dusche Schlange stehen muss.

Mit einem sechs Monate alten Kind haben wir diese Räume zehn Tage lang mehrmals täglich genutzt. Sie waren jedes Mal sauber. Das ist nicht überall so.


Kein Luxus, aber alles da: Toiletten, Duschen, Waschmaschinen, Herdplatten und Spüle. Foto: Thomas Wolf

Zwei Dinge haben uns zusätzlich positiv überrascht:

  • Ein kostenfreier Gemeinschaftskühlschrank. Platz für verderbliche Waren – bei uns vor allem für alles, was ein Baby an gekühlter Verpflegung braucht –, ohne dass man ständig Eis nachkaufen oder die Bordbatterie quälen muss.
  • Kostenfrei nutzbare Herdplatten. Wer campt, weiß, was das wert ist. Nudelwasser ohne Gaskartuschen-Rechnung, und abends steht man dort neben Leuten aus halb Europa.

Das klingt nach Kleinigkeiten. Im Campingalltag sind es genau die Dinge, die einen Platz vom nächsten unterscheiden.

Das Waldstrandbad: von 20 Zentimetern bis 4,50 Meter

Das Waldstrandbad direkt am Platz ist der eigentliche Motor des Urlaubs. Die Wassertiefen reichen von 20 Zentimetern bis 4,50 Meter am Sprungturm. Die ganz Kleinen planschen im flachen Bereich und am Wasser-Matsch-Spielplatz. Die Mutigen gehen an den Turm oder die Walross-Rutsche. Und wer einfach nur schwimmen will, zieht ungestört seine Bahnen.

Für uns war das der Praxistest: Ein Baby, das bei 20 Zentimetern glücklich ist, zwei 15-Jährige, die zehn Meter über allem stehen, und Eltern, die abwechselnd Bahnen ziehen. Alles gleichzeitig, alles an einem Ort. Selten funktioniert ein Bad für so unterschiedliche Bedürfnisse auf einmal.


Beachvolleyball, Sprungkissen, Schatten unter den Holzhütten – hier verschwinden Kinder stundenlang. Foto: Thomas Wolf

Ein Punkt, der Campingfamilien freuen dürfte: In den Sommermonaten ist die Nutzung des Waldstrandbads im Preis inkludiert. Für Tagesgäste lagen die Preise zum Zeitpunkt unseres Besuchs bei 4,50 Euro für Erwachsene, 2,50 Euro ermäßigt und 12,75 Euro für die Familienkarte. Geöffnet ist das Bad in der Saison in der Regel von 10 bis 19 Uhr, garantiert zwischen 13 und 17 Uhr, wetterabhängig kann es allerdings variieren.

Essen: à la carte am Nachmittag, Buffet am Abend

Das Restaurant im Park fährt ein zweigeteiltes Modell. Von 12 bis 17 Uhr wird à la carte serviert, danach gibt es ein Buffet zum Festpreis. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs lagen die Preise bei 29 Euro pro Person und 19 Euro für alle, die noch nicht 16 sind.

Für Familien ist das eine ehrliche Rechnung: Mit zwei hungrigen 15-Jährigen ist ein Buffet zum Festpreis oft die entspanntere Variante. Man hört auf, mitzuzählen. Wer sparsamer unterwegs ist, kocht an den Herdplatten im Sanitärgebäude. Beides funktioniert, und genau das ist der Punkt. Wie Kleinkinder abgerechnet werden, fragt ihr am besten direkt vor Ort nach.

Preise und Zeiten bitte vor der Anreise prüfen, sie können sich ändern.

Raus aus dem Park: unsere Ausflugstipps

Der Trixi Park liegt mitten in einer Region, die man nicht im Auto sitzend abhaken sollte. Das haben wir ausprobiert:

Pflichtprogramm

  • Herrnhuter Sterne: Der Stern, den halb Deutschland im Advent im Fenster hängen hat, wird hier von Hand gefertigt. Ein Besuch in der Manufaktur erklärt schlagartig, warum das Ding so viel kostet.
  • Burg und Kloster Oybin: Ruine auf einem Sandsteinkegel, Aussicht inklusive. Das muss man gesehen haben.

Für Aktive

Wasser ohne Eintritt

Essen gehen

  • Beckenbergbaude: Auf dem ganzen Areal stehen zig Kettensägen-Kunstwerke, weil dort regelmäßig ein internationaler Wettbewerb stattfindet. Sehr cool, auch für Kinder, die sonst bei „wir gehen essen“ seufzen.
  • Sonnebergbaude: Stupperle essen. Nicht diskutieren, einfach bestellen.
  • Koitsche: Schweizer Küche mit Rösti – lecker.

Und wer selbst stöbern will: Der Familomat Oberlausitz spuckt passende Ideen für die eigene Familienkonstellation aus.

Fazit: ein Platz, der nichts vortäuscht

Der Trixi Park verkauft keinen Luxus, und er tut auch nicht so. Was er kann: sauber sein, familientauglich sein, Kinder jeden Alters beschäftigen und Erwachsenen einen Wald vor die Tür stellen. Für uns hat das gereicht – mehr als das.

Geblieben ist am Ende aber etwas anderes. Nicht der Kühlschrank, nicht das Buffet, nicht einmal der Wald. Geblieben ist der Moment, in dem ich mit 47 Jahren oben auf zehn Metern stand, nach mehreren Nächten, in denen ich diesen Sprung im Kopf schon dutzendfach gemacht hatte.

Infobox: Camping im Trixi Park

WerFamilie zu fünft: zwei Erwachsene, zwei 15-Jährige, ein sechs Monate altes Baby
Wie langezehn Tage im Sommer
WoTrixi Ferienpark, Großschönau, Naturpark Zittauer Gebirge, Oberlausitz
WasCampingplatz mit Stellplätzen, Zeltwiese am Waldrand, Glamping-/Safarizelten sowie Ferienhäusern und Hotel
Für wenFamilien mit Kindern jeden Alters; Hunde sind erlaubt
HighlightWaldstrandbad mit 10-Meter-Sprungturm, Walross-Rutsche und Wasser-Matsch-Spielplatz
Wassertiefen20 cm bis 4,50 m
SanitärZentrales Gebäude, Baby- und Familienbad, Gemeinschaftskühlschrank und Herdplatten kostenfrei
EssenRestaurant: 12–17 Uhr à la carte, danach Buffet (zum Besuchszeitpunkt 29 € p. P. / 19 € unter 16)
Bad-EintrittCamper im Sommer frei; Tagesgäste 4,50 € / 2,50 € ermäßigt / 12,75 € Familie
Infotrixi-park.de

Alle Preise und Öffnungszeiten geben den Stand unseres Aufenthalts wieder und sollten vor der Anreise beim Betreiber geprüft werden.

Transparenzhinweis: Die Reise wurde privat und vollständig selbst bezahlt. Es bestand keine Zusammenarbeit mit dem Betreiber.

Thomas Wolf
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Thomas Wolf

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