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Tatort-Star wirbt für ein Tabuthema: Warum dieses Projekt aus Dresden Familien rettet

Ein älterer Mann mit Brille, weißem Hemd und Hosenträgern beugt sich über einen hölzernen Schreibtisch und schreibt ein Dokument. Auf dem Tisch stehen eine grüne Lampe und Bücher. Im Hintergrund blickt man durch ein Holzfenster ins grüne Freie.
Vorsorge rechtzeitig angehen: Tatort-Star Martin Brambach wirbt im Kurzfilm „Der Brief“ für Kompass70+. Das Dresdner Projekt bietet die gesundheitliche Vorsorgeplanung ab sofort auch für Menschen an, die zu Hause leben. Foto: Volkssolidarität Dresden
Von: Dresden News
Über das eigene Lebensende spricht kaum jemand gern. Schauspiel-Star Martin Brambach zeigt im Kurzfilm „Der Brief“, wie entlastend rechtzeitige Vorsorge sein kann. Welches Dresdner Angebot ab sofort erstmals auch für das eigene Zuhause offensteht.

Dresden. Über das eigene Lebensende spricht kaum jemand gern. Dabei kann gerade ein frühzeitiges Gespräch Angehörigen später schwere Entscheidungen ersparen. Genau hier setzt das Dresdner Projekt Kompass70+ an - und geht ab sofort einen wichtigen Schritt weiter: Seine Beratung zur Gesundheitlichen Vorsorgeplanung steht nun erstmals auch Menschen offen, die in ihrem eigenen Zuhause leben.

Das Angebot richtet sich an Betroffene ab Pflegegrad 2 sowie an ihre Angehörigen. Die nächsten Termine finden am 20. August und am 10. September im Pflegekompetenzzentrum Dresden Ost, Postelwitzer Straße 2, statt.

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Mehr als Patientenverfügung: Was die GVP-A leistet

Eine herkömmliche Vorsorgeberatung dreht sich vor allem um Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung. Die Gesundheitliche Vorsorgeplanung, kurz GVP-A, reicht deutlich weiter. Im Mittelpunkt stehen die persönliche gesundheitliche Situation und ganz konkrete Fragen zur letzten Lebensphase: Welche medizinischen Behandlungen kommen infrage? Welche Erfolgsaussichten und Folgen haben sie? Und wo möchte der Mensch versorgt werden - am besten so, dass eine Versorgung zu Hause auch bei einer Verschlechterung oder im Notfall möglich bleibt?

Gemeinsam wird ein realistischer Versorgungsplan erarbeitet, der medizinische, pflegerische und seelsorgerische Wünsche berücksichtigt. Auf Wunsch lassen sich Angehörige, behandelnde Ärzte, Pflegekräfte und weitere Helfer einbeziehen. Der Kerngedanke: Wünsche sollen nicht nur schriftlich festgehalten, sondern ihre spätere Umsetzung bestmöglich vorbereitet werden.

Ein Tatort-Star wirbt fürs frühe Gespräch

Prominente Unterstützung kommt von Schauspieler und Tatort-Star Martin Brambach. Im Kurzfilm „Der Brief" spielt er einen verwitweten Mann mit Pflegegrad, der seiner Tochter seine Wünsche für die letzte Lebensphase anvertraut. Der Film zeigt eindringlich, wie entlastend es sein kann, diese Fragen rechtzeitig zu klären - und Angehörige nicht mit schweren Entscheidungen allein zu lassen.

Hinter Kompass70+ steht ein zweijähriges, spendenfinanziertes Pilotprojekt der Volkssolidarität Dresden und des JOSUA Palliativzentrums Dresden. Bislang war die Gesundheitliche Versorgungsplanung gesetzlich vor allem für Menschen in stationären Einrichtungen vorgesehen; Kompass70+ öffnet sie nun erstmals auch für die eigene Häuslichkeit. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Evangelischen Hochschule Dresden – mit dem Ziel, das Angebot dauerhaft auch für Menschen zu Hause zu verankern.

Anmeldung und Vorbereitung

Eine Anmeldung ist spätestens eine Woche vor dem gewünschten Termin nötig, telefonisch unter 0351 5010-610 oder per Mail an ost@volkssoli-dresden.de. Da jede Beratung individuell vorbereitet wird, erhalten die Teilnehmer vorab einige Hinweise und Aufgaben - dazu gehört, vorhandene Arztberichte und weitere medizinische Unterlagen im Vorfeld einzureichen, persönlich, per Post, Mail oder Fax (0351 5010 639). Weitere Informationen, Vorträge und Termine gibt es unter kompass70plus.de.

Bleibt neugierig auf eure Stadt - die Redaktion von Die Sachsen News wünscht alles Gute.

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