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Schwimmhalle Klotzsche vor dem Aus: Gutachten bestätigt schwere Schäden

Außenansicht der Schwimmhalle Dresden-Klotzsche an der Königsbrücker Landstraße. Das zweistöckige Gebäude mit grauer Putzfassade und Walmdach zeigt ein Wandbild an der Seitenwand. Vor der Halle befinden sich eine Grünfläche, Fahrradständer und Bäume unter einem leicht bewölkten Himmel.
Wettlauf gegen die Zeit: Die 1935 eröffnete Schwimmhalle Klotzsche ist für viele Dresdner im Norden die einzige Anlaufstelle für den Schwimmsport. Ein neues Gutachten stellt der maroden Bausubstanz nun ein vernichtendes Zeugnis aus und befristet den Betrieb bis maximal September 2026. Foto: Thomas Herzog
Von: Cornelius de Haas
Die Statiker setzen eine letzte Frist bis September: Die Schwimmhalle Klotzsche kämpft gegen den Verfall. Während ein neues Gutachten massive Schäden belegt, steht der Dresdner Norden vor dem Verlust seines einzigen Hallenbades. Wir zeigen, warum der Rettungsplan der Stadt jetzt am seidenen Faden hängt.

Dresden. Die Diagnose ist eindeutig, der Patient liegt im Sterben: Die Schwimmhalle Klotzsche, das einzige Hallenbad im Dresdner Norden, bröckelt unaufhaltsam. Ein neues Gutachten bestätigt jetzt, was viele befürchtet haben: Betonabplatzungen und Korrosion haben das Tragwerk massiv angegriffen. Während die Statiker eine letzte Frist bis September setzen, stellt sich die bittere Frage: Wo sollen die Kinder im Norden künftig schwimmen lernen?

Gutachten bescheinigt Ende der technischen Lebensdauer

Am 23. April wurde im Sportausschuss das zweite Gutachten des Ingenieurbüros Marx Krontal Partner vorgestellt. Das Ergebnis ist ernüchternd: Die 1935 erbaute Halle an der Königsbrücker Landstraße hat ihre Belastungsgrenze überschritten. Risse und schwere Schäden durch jahrzehntelange Chlorbelastung machen einen Weiterbetrieb zum Sicherheitsrisiko.

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Die Chronik eines absehbaren Stillstands

Noch vor den Sommerferien soll das Wasser abgelassen werden. Eine tiefgreifende materialtechnische Untersuchung soll klären, ob die Halle zum Schuljahresbeginn überhaupt noch einmal öffnen darf.

  • Die Frist: Statiker haben den Betrieb bereits im März auf Anfang September befristet.
  • Die Konsequenz: Sollten die Proben negativ ausfallen, steht Dresden-Klotzsche vor der sofortigen Schließung.
  • Neubau-Trauma: Grundstück weg, Kosten rauf

Die Geschichte der Schwimmhalle ist auch eine Geschichte verpasster Chancen. Obwohl der Stadtrat bereits 2023 einen Ersatzneubau beschloss, passierte wenig:

  • Kostenexplosion: Die Neubaukosten stiegen von 25 auf 30 Millionen Euro.
  • Sparkurs: Im März 2025 wollte die Stadt ein bereits gesichertes Grundstück zurückgeben, um 55.000 Euro Erbpacht zu sparen – ein Signal, das im Dresdner Norden für fassungsloses Kopfschütteln sorgte. Der Stadtrat stimmte schließlich im September gegen den Plan.

Notlösung oder endgültiges Aus?

Sportbürgermeister Jan Donhauser hofft nun erneut auf Fördermittel für eine Sanierung oder einen Neubau. Doch die Kassen sind leer: Selbst die rund vier Millionen Euro für eine provisorische Notlösung sind derzeit nicht gedeckt. Während die Stadt nach Geld sucht, bereiten die Ämter bereits Notfallpläne für Schulen und Vereine vor, um den Schwimmunterricht in weit entfernte Hallen zu verlagern.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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