Schluss mit mobilen Betonklötzen: Dresden investiert 5 Millionen in festen Terror-Schutz
Dresden. Schluss mit den grauen Betonklötzen, die bislang jedes Fest auf Altmarkt und Neumarkt einrahmen. An ihre Stelle sollen feste Anlagen treten, die kaum als Schutz zu erkennen sind. Bis 2030 will die Stadt rund fünf Millionen Euro in dauerhaften Zufahrtschutz stecken, um die zentralen Plätze vor Fahrzeugangriffen zu sichern, wie die Stadtverwaltung auf Anfrage mitteilte. Die Polizeidirektion Dresden bewertet die Gefährdungslage für Veranstaltungen und Versammlungen regelmäßig als abstrakt hoch und empfiehlt baulichen Zufahrtschutz.
Fünf Millionen Euro bis 2030
Die Mittel sind über vier Jahre gestreckt: 150.000 Euro 2027, danach eine, zwei und noch einmal zwei Millionen Euro bis 2030. Noch stecken sie in einem Sammelprojekt für Gemeindestraßen, bis die Stadt eine eigene Haushaltsposition anlegt. Fördermittel von Bund oder Land erwartet sie dafür nicht. Über den Doppelhaushalt entscheidet der Stadtrat am 26. November.
Die festen Anlagen sollen zugleich die Kosten der Veranstaltungsabsicherung senken. Bislang muss die Stadt für jedes Fest und jeden Markt mobile Sperren aufstellen, abbauen und einlagern. Weil die Gefährdungslage nicht sinke, sei dauerhafter Schutz schon aus Kostengründen sinnvoll, so die Stadt. Wie hoch die Ersparnis ausfällt, lässt sich noch nicht beziffern, weil die Kosten je Veranstaltung schwanken.
Altmarkt und Neumarkt zuerst, weitere Plätze folgen
Dauerhaft gesichert werden zunächst Neumarkt und Altmarkt, für die das Konzept abgestimmt ist. In Vorbereitung sind Konzepte für die Prager Straße sowie für Hauptstraße und Neustädter Markt. Das Konzept liegt beim Amt für Stadtplanung und Mobilität, Entwurf und Bau beim Straßen- und Tiefbauamt. Die Voruntersuchungen führt das Stadtplanungsamt, beim Neumarkt gemeinsam mit der Stiftung Frauenkirche.
Um reine Poller geht es dabei nicht. Zum Einsatz kommen zertifizierte Elemente wie Poller, Kuben, Sitzbänke und Pflanzkübel, die sich in das Bild der Innenstadt einfügen sollen. Eine Öffentlichkeitsbeteiligung plant die Stadt nicht, aus Gründen der Gefahrenabwehr. Die zuständigen Fachgremien seien eingebunden.