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Glatt Note 5 für S-Bahnhof: Warum der ADFC in Dresden jetzt Alarm schlägt

Eine rote Lokomotive der Deutschen Bahn fährt am überdachten Bahnsteig des Bahnhofs Dresden-Niedersedlitz ein. Rechts warten Fahrgäste auf dem Bahnsteig, links im Hintergrund stehen Bäume und Parkplätze.
Streit um Stellplätze: Am Bahnhof Niedersedlitz plant Dresden 48 neue Radplätze. Dem ADFC ist das viel zu wenig: Der Verband fordert rund 240 Fahrradständer für die täglich Tausenden Pendler, die hier in die S-Bahn steigen. Foto: ADFC Dresden
Von: Cornelius de Haas
Tausende Pendler steigen in Niedersedlitz täglich um, doch die Rad-Infrastruktur fällt durch. Trotz jahrelanger Planung soll es laut Stadt nur 48 neue Bügel geben. Warum der Fahrrad-Club von einer „unverantwortlichen“ Planung spricht und Doppelstockparker fordert.

Dresden. 48 neue Fahrradständer für einen Bahnhof, an dem täglich Tausende in die S-Bahn steigen: Dem ADFC Dresden ist das viel zu wenig. Der Fahrrad-Club nennt die Pläne der Stadt für den Bahnhofsvorplatz Niedersedlitz „unzureichend, überteuert und am realen Bedarf vorbei" und fordert rund 240 Plätze, fast fünfmal so viele wie geplant.

Fahrradparken in Niedersedlitz: nur Note 5 in der ADFC-Studie

Grundlage der Kritik ist die Bike&Ride-Studie des ADFC Sachsen. Mit derzeit 67 Radplätzen erreicht der Haltepunkt nur die Note 5. Mit den 48 geplanten Plätzen käme er nach ADFC-Rechnung lediglich auf Note 4. Der Verband hält 240 Stellplätze für machbar. Das entspreche etwa 10 Prozent der Fahrgäste, die dort an einem normalen Werktag in die S-Bahn steigen.

In Niedersedlitz stiegen täglich tausende Menschen in die S-Bahn, sagt Vorstandsmitglied Falk Schütze und ergänzt: "Mit den geplanten 48 neuen Fahrradständern plant die Stadt weit am tatsächlichen Bedarf der Bürgerinnen und Bürger vorbei."  Das Platzargument lässt der ADFC nicht gelten: Doppelstockparker könnten die Kapazität ohne zusätzliche Fläche verdoppeln.

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Kosten am Bahnhof Niedersedlitz: 20.200 Euro pro Auto-Stellplatz

Auch die Kosten stören den Verband. Nach seiner Rechnung kostet ein Pkw-Stellplatz 20.200 Euro, ein Radstellplatz rund 2.900 Euro. Für den Preis eines Autoplatzes ließen sich fast sieben Radplätze bauen. In Zeiten knapper Kassen sei die Planung „unverantwortlich", so Schütze.

Kritik gibt es zudem an den Wegen: Die Radbügel lägen über 70 Meter vom Bahnsteig entfernt, Autofahrer erreichten ihn nach 25 Metern. Der Verband fordert die Stellplätze in direkter Nähe zum Bahnsteig und verlangt, dass alle überdacht werden. In der Vorplanung ist die Überdachung bislang nur teilweise vorgesehen.

Park-and-Ride in Niedersedlitz: das plant die Stadt Dresden

Die Stadt plant einen bestandsorientierten Umbau. Vorgesehen sind ein Park-and-Ride-Platz mit rund 48 Stellplätzen, vier davon fürs Carsharing, dazu 48 überdachte Radplätze, breitere Bahnsteige der Linie 6 und eine Bushaltestelle direkt am Vorplatz. Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn verweist auf die gesicherte Finanzierung, die bestandsnahe Lösung lasse sich „in absehbarer Zeit" umsetzen. Die Gesamtkosten liegen bei rund 4,6 Millionen Euro.

Die Umgestaltung beschäftigt die Stadt schon länger. Den Beginn der Planungen beschloss der Stadtrat bereits 2013, eine erste ADFC-Stellungnahme ging im September 2024 an den Bauausschuss. Nach der Sommerpause beraten der Bauausschuss sowie die Stadtbezirksbeiräte Leuben und Prohlis über die Planung. Die Entscheidung trifft anschließend der Stadtrat.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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