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Fünf Minuten Zeitgewinn kosten Geld: Superblitzer lauert auf Dresdner Schleichweg

Blick aus dem Autofester auf den gepanzerten Messanhänger HWI-VE 213, der neben einem grünen Hoftor und einer Straßenlaterne auf dem Randstreifen einer schmalen Asphaltstraße steht. Dahinter erstrecken sich Felder.
Schluss mit Rasen auf der Ausweichroute: Der Panzerblitzer HWI-VE 213 sichert die schmale Grünberger Straße in Weixdorf. Er bremst Pendler ein, die wegen der S-59-Baustelle abkürzen und Ortsausgangs zu viel Gas geben. Foto: Thomas Herzog
Um die Vollsperrung der S 59 in Hermsdorf zu umgehen, nutzen viele Autofahrer derzeit die schmale Grünberger Straße als inoffizielle Ausweichroute. Jetzt steuert die Stadt Dresden gegen und hat kurz vor dem Ortsausgang den mobilen Blitzeranhänger HWI-VE 213 postiert.

Dresden. Die Baustelle auf der S 59 im Ottendorfer Ortsteil Hermsdorf fordert Pendlern Geduld ab. Wegen des Neubaus von Schmutz- und Regenwasserkanälen ist der Knotenpunkt Dresdner Straße und Dienstdorfer Straße voraussichtlich bis Ende Dezember 2026 voll gesperrt. Wer der ausgeschilderten Umleitung folgt, verliert Minuten. Viele Autofahrer weichen deshalb über die Grünberger Straße aus.

Die Strecke gilt unter Fahrern als verlockende Alternative, weil sie ampelfrei ist und rund fünf Minuten Zeit spart. Doch die Fahrbahn ist schmal, hat keine Mittellinie und ist für Gegenverkehr mit hohem Tempo kaum ausgelegt. Ein Anwohner beschreibt die Piste als „geteerten Feldweg“. Weil viele Pendler das Tempo nicht auf die geforderten 30 km/h anpassen, wuchs der Unmut in der Nachbarschaft zuletzt deutlich.

Tempokontrolle kurz vor dem Ortsausgang

Auf den Ärger der Anwohner hat die Dresdner Verkehrsüberwachung nun reagiert. Auf der Grünberger Straße steht seit kurzem der Superblitzer mit dem Kennzeichen HWI-VE 213. Die Behörde platzierte das Gerät kurz vor dem Dresdner Ortsausgang, wo viele Fahrer nach den letzten Wohnhäusern bereits wieder aufs Gas treten.

Blick entlang einer steil ansteigenden, schmalen Wohnstraße. Rechts stehen Einfamilienhäuser mit Zäunen und Gärten, weiter oben am Hügel ist am linken Straßenrand ein dunkler Messanhänger platziert.
Gefährlicher Nadelöhr-Schleichweg: Weil die S 59 gesperrt ist, rollt der Ausweichverkehr nah an den Wohnhäusern auf der Grünberger Straße vorbei. Am Hügel kurz vor dem Ortsausgang lauert nun die Blitzerfalle auf Raser. Foto: Thomas Herzog

Der gepanzerte Messanhänger arbeitet vollautomatisch, misst Tag und Nacht in beiden Fahrtrichtungen und erfasst Überschreitungen ohne sichtbaren Rotblitz. Die Kontrolle soll den Raser-Trend stoppen und die schmale Fahrbahn für alle Verkehrsteilnehmer wieder sicherer machen.

Kanalbau auf der S 59 zieht sich bis Jahresende

Eine schnelle Entlastung durch das Hauptstraßennetz ist nicht in Sicht. Der Ausbau der Schmutz- und Regenwasserkanäle am Hermsdorfer Knotenpunkt bleibt bis mindestens 31. Dezember 2026 eine Schranke für den Durchgangsverkehr.

Bis zum Bauende bleibt Pendlern damit nur die Wahl zwischen der Zeitverzögerung auf der offiziellen Umleitungsstrecke oder der ständigen Gefahr, auf dem Schleichweg ein gebührenpflichtiges Foto zu bestellen.

Neben dem Anhänger HWI-VE 213 steht auch Dresdens Superblitzer 167 derzeit im Norden der Stadt auf der Keulenbergstraße, während Gerät 159 aktuell außer Betrieb ist - ein Zustand, der sicher nicht lange andauern dürfte.