Dresden. Als Thomas Kralinski Anfang der 2000er-Jahre in der Dresdner Neustadt wohnte, ärgerte er sich über die Königsbrücker Straße. „Da wird man ja de facto vom Fahrrad runtergeholt, wenn man übers Kopfsteinpflaster fährt", erinnert sich der 53-Jährige. Zwanzig Jahre später kam er zurück und dachte, die Straße sei längst hergerichtet - war sie nicht. An diesem Dienstag aber übergab Kralinski, heute Abteilungsleiter im Bundesumweltministerium, in Dresden gleich mehrere Förderbescheide. Auch für ebenjene Königsbrücker Straße.
2,1 Millionen für die Radwege an der Königsbrücker Straße
Für ein deutlich größeres Vorhaben stellt der Bund 2,1 Millionen Euro zur Verfügung: für die Radverkehrsanlagen der Königsbrücker Straße zwischen Albertplatz und Stauffenbergallee. Dort sollen endlich durchgehende, beidseitige Radspuren von zwei Metern Breite entstehen. Für den übrigen Umbau der Magistrale - Gleise, Straßenbahn, Fahrbahn - hoffen die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) auf weitere Fördermittel für ihren Anteil.
Dass der Radweg separat gefördert wird, hat einen Grund: Bei jeder Planung prüfe die Stadt die Wirtschaftlichkeit und weise Radanlagen dort eigens aus, wo Verkehrssicherheit und Radverkehrsmenge es rechtfertigten, hieß es beim Termin. An der Königsbrücker sei das der Fall. Eine frühere, vierspurige Planung ohne Radanlagen war vor Jahren im Planfeststellungsverfahren gescheitert; die heutige Lösung geht auf einen breit getragenen Grundsatzbeschluss des Stadtrats von 2016 zurück. Der Baubeginn ist für September vorgesehen, abschnittsweise.
Jähnigen, in Dresden für Umwelt und Kommunalwirtschaft zuständig, hat das Projekt lange begleitet: „Ich habe darum gekämpft, dass der Radverkehr auf die Straße kommt - das werden wir jetzt mit dem Baubeginn realisieren." Den Nutzen sieht sie nicht nur im Klima: „Ich weiß gar nicht, ob es immer der Klimaschutzgedanke ist - es ist einfach diese gute Art von Mobilität." Kralinski betonte, wichtig sei ein zusammenhängendes Netz: „Nicht mal hier 50 Meter Radweg und da 50 Meter, sondern entlang der Hauptachsen möglichst durchgehende Verbindungen."