266 Notrufe in 24 Stunden: Warum Dresdens Retter keine Sekunde Durchatmen konnten
Dresden. Ein schwerer Verkehrsunfall auf der Alten Meißner Landstraße forderte am Montag drei Leichtverletzte, darunter zwei Kinder. Am Nachmittag und Abend hielt zudem eine rätselhafte Brandserie in einem leerstehenden Gebäude in Löbtau die Dresdner Einsatzkräfte in Atem. Insgesamt bewältigte der Rettungsdienst innerhalb von 24 Stunden über 260 Notrufe.
Senior verliert Kontrolle über VW Touran
Gegen 10:45 Uhr befuhr ein 76-jähriger Mann mit einem VW Touran die Alte Meißner Landstraße stadteinwärts. In einer Linkskurve kam das Fahrzeug aus bisher ungeklärter Ursache nach rechts von der Fahrbahn ab. Der Wagen kollidierte mit der Toranlage eines Grundstücks und kippte in der Folge auf das Dach.
Trotz des heftigen Aufpralls konnten der Fahrer sowie ein elfjähriges Mädchen und ein achtjähriger Junge das Unfallwrack selbstständig verlassen. Die Besatzung eines zufällig vorbeikommenden Intensivtransportwagens leistete umgehend Erste Hilfe, bis weitere Einsatzkräfte eintrafen. Der Rettungsdienst brachte die drei Insassen, die leichte Verletzungen erlitten, zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus.
Der Unfall verursachte einen Sachschaden von rund 15.000 Euro. Da der Hausanschlusskasten des touchierten Grundstücks erheblich beschädigt wurde, musste der Netzbetreiber den betroffenen Straßenabschnitt vorübergehend stromlos schalten. Die Feuerwehr, die mit 27 Einsatzkräften vor Ort war, entfernte Teile des zerstörten Tores und sicherte die Elektrik vor Witterungseinflüssen. Auslaufende Betriebsstoffe stellten die Retter nicht fest. Um 12:56 Uhr übergaben die Einsatzkräfte die Unfallstelle an die Polizei.
Mysteriöser Doppel-Brand in der Saxoniastraße
Am späten Nachmittag und Abend rückte die Feuerwehr gleich zweimal zu demselben leerstehenden Gebäude in der Saxoniastraße in Löbtau-Nord aus. Gegen 17:01 Uhr meldeten Anrufer eine Rauchentwicklung aus dem Dachstuhl. Die Erkundung ergab einen Schwelbrand an einem Holzbalken. Die Feuerwehrleute erstickten die Flammen rasch mit einem Kleinlöschgerät und kontrollierten das gesamte Gebäude weiträumig mit einer Wärmebildkamera.
Nur knapp drei Stunden später, um 19:46 Uhr, stieg erneut Rauch aus dem Dachgeschoss auf. Diesmal entdeckten die Einsatzkräfte neben einem brennenden Holzbalken auch entzündeten Unrat. Erneut brachten die Retter das Feuer zügig unter Kontrolle. Personen befanden sich bei beiden Einsätzen nicht im Haus. Die Polizei hat nun die Ermittlungen aufgenommen, um die genaue Brandursache für diese ungewöhnliche Häufung zu klären.
90 Minuten Stress für die Wache Altstadt
Neben diesen markanten Einsätzen bewältigte der Dresdner Rettungsdienst in den vergangenen 24 Stunden ein enormes Pensum von 266 Alarmierungen, bei denen 68-mal ein Notarzt ausrücken musste. Der Rettungshubschrauber startete zu vier Flügen. Die Feuerwehr selbst verzeichnete 33 Einsätze im Stadtgebiet.
Besonders gefordert war dabei die Feuer- und Rettungswache Altstadt. Innerhalb von nur anderthalb Stunden liefen fünf Alarme über automatische Brandmeldeanlagen in der Leitstelle auf. Der Löschzug Altstadt rückte jedes Mal mit seinen 16 Einsatzkräften und vier Fahrzeugen als geschlossene Einheit aus, um die Situationen vor Ort zu überprüfen.