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2 Teams, 2 Tickets nach Europa: Dresdens verrücktester Sport-Erfolg

Quadball-Spieler auf einem grünen Sportplatz bei Sonnenschein; Teams laufen mit Plastikstangen zwischen den Beinen auf Tore aus Ring-Ständern zu. Im Hintergrund stehen Wohngebäude und Bäume unter blauem Himmel mit Schönwetterwolken.
Doppelter Erfolg auf dem Rasen: Die Deluminators Dresden spielten bei der Deutschen Meisterschaft gegeneinander. Sowohl Dresden Dawn als auch Dresden Dusk lösten in Münster das Ticket für den European Quadball Cup 2027. Foto: Christopher Margraf
From: Dresden News
Bei der Deutschen Meisterschaft in Münster haben sich die Deluminators Dresden gleich mit beiden Mannschaften für den Europacup 2027 qualifiziert. Der Sport, in dem sie antreten, stammt aus den Harry-Potter-Romanen, wird aber längst bitterernst und mit vollem Körpereinsatz gespielt.

Dresden. Der Sport stammt aus den Harry-Potter-Büchern, der Erfolg ist echt: Die Deluminators Dresden spielen bald im Europapokal, und das gleich mit zwei Mannschaften. Bei der Deutschen Quadball-Meisterschaft am 10. und 11. Oktober auf dem SportCampus in Münster qualifizierte der Dresdner Club beide Teams für den European Quadball Cup 2027. Gegen 15 weitere Mannschaften aus ganz Deutschland reichte das für zwei Startplätze in der europäischen Division 2.

Erstmals schickte der Verein zwei eigene Teams zu einer Meisterschaft. Das Leistungsteam Dresden Dusk landete nach fünf Siegen aus acht Spielen auf Platz acht, das Entwicklungsteam Dresden Dawn auf Platz zwölf (die Namen stehen im Englischen für Abend- und Morgendämmerung). Angetreten war Dusk mit dem Ziel, in die erste Division zu kommen, nach dem Gewinn der Ostliga und Platz vier beim Deutschen Quadball-Pokal.

Zwei Teams, zwei Tickets nach Europa

Für die Nachwuchsmannschaft kam der Erfolg überraschend. „Das Ergebnis, drei gewonnene Spiele und Platz 12, hat unsere Erwartungen noch einmal deutlich übertroffen. Wir sind unheimlich glücklich und stolz auf den Teamzusammenhalt und die Leistung jeder einzelnen Person, seien es alte Hasen oder komplette Neulinge”, sagt Felix, Beater und Captain von Dawn. Beim Leistungsteam hob Captain Tom den Zusammenhalt in der Mannschaft und im gesamten Quadball Club Dresden hervor.

Dass der Sport selbst eher für Stirnrunzeln sorgt als für volle Ränge, wissen die Spieler. Umso mehr dürften die beiden Europacup-Plätze im Verein nachhallen, der sich damit erstmals auf zwei Mannschaften verbreitert hat.

Vom Kinderbuch zum Vollkontaktsport

Quadball ist der Sport, den die meisten noch als Quidditch kennen, das Ballspiel aus den Harry-Potter-Romanen. In den USA bauten Studierende das Spiel ab 2005 für die reale Welt nach, mit Besen zwischen den Beinen und einem neutralen „Schnatzläufer”, den ein Seeker fangen muss. 2022 benannte der Weltverband den Sport in Quadball um, um sich von Autorin J. K. Rowling und ihren Aussagen zu Transgeschlechtlichkeit zu distanzieren und von markenrechtlichen Fragen zu lösen.

Gespielt wird im Mixed-Gender-Modus, Männer und Frauen stehen also gemeinsam auf dem Feld, und durchaus körperbetont. Chaser versuchen, mit einem Volleyball zu punkten, Beater nehmen Gegenspieler mit Dodgeballs kurz aus dem Spiel. In den Teamnamen lebt die Zauberwelt weiter: Deluminators in Dresden, Horkruxe in Halle, Looping Lux in Leipzig.

Seit 2017 in Dresden am Ball

Der Quadball Club Dresden gründete sich im August 2017, noch unter dem Namen Quidditch, wie bis heute die Social-Media-Kanäle des Vereins zeigen. Aus einer Hochschulsport-Idee wurde ein eigener Verein, der inzwischen regelmäßig in der Ostliga spielt und 2026 selbst einen Spieltag nach Dresden holte. Mit der Aufteilung in ein Leistungs- und ein Entwicklungsteam ist der Club in dieser Saison einen Schritt weitergegangen.

Deutscher Meister wurde in Münster der Ruhr Phoenix aus Bochum, der das Finale mit 140:90 gegen die Rheinos Bonn gewann und den Titel zum vierten Mal nacheinander holte. Aus der weiteren Region qualifizierten sich auch die Horkruxe Halle für den Europacup, während Looping Lux Leipzig als Sechzehnter die Division 2 knapp verpasste. Ein Nachrücken ist laut Verein aber möglich.