Erneut verschiebt sich der geplante Baubeginn für ein Lernhaus für die Universitätsschule Dresden (USD). Ein Neubau soll dem Schulversuch von TU Dresden und Stadt Dresden ermöglichen, die Schule der Zukunft in angemessenen Räumlichkeiten zu erproben und erforschen. Der Schulraum spielt für das Konzept der USD und dessen Ausgestaltung eine zentrale Rolle, da er das Lernen und die Organisation der Schule maßgeblich beeinflusst.
Die aktuelle Situation ist Anlass für ein öffentliches Statement der Struktur- und Evaluationskommission der Universitätsschule Dresden. Das Gremium aus namhaften Bildungswissenschaftler:innen und erfahrenen Praktiker:innen zeigt sich deutlich besorgt über die Stagnation in Bezug auf den angekündigten Schulneubau. Neben der angespannten Raumsituation geht es um fehlende Fachräume für Biologie, Physik und Chemie aber auch eine der Schülerzahl entsprechende Sporthalle, die für den gebundenen Ganztag benötigten Räumlichkeiten und Arbeitsräume für die Lernbegleiter:innen.
Neubau erst 2029/30 in Sicht – Forschung und Lernen unter prekären Bedingungen
Die aktuelle Terminierung für das künftige Schulgebäude ist Sommer 2029/2030. Dies bedeutet einerseits für die Schüler:innen und das Kollegium ungünstige Lernbedingungen, andererseits verunmöglicht es die Erforschung zu den Bedingungen für gelingendes Lernen und der Rolle des Raums als "dritter Pädagoge". Die Untersuchung dieses Faktors, ein erklärtes Ziel des öffentlichen Schulversuchs, ist somit für die ersten 10 Jahre des insgesamt 15jährigen wissenschaftlichen Begleitung durch die Forschungsstelle Universitätsschule ForUS an der TU Dresden kaum möglich. Die aktuellen Erhebungen können lediglich zeigen, dass Lernen auch trotz ungünstiger Bedingungen gelingen kann.
Seit Aufnahme der Kommissionstätigkeit appellierte das Gremium wiederholt an die „Verantwortungsgemeinschaft Universitätsschule Dresden“, diese für die Zukunft mit den notwendigen Ressourcen abzusichern, immer in der Hoffnung auf einvernehmliche Lösungen und ein entsprechendes Engagement. Angesichts der sehr prekären Situation, die das Schulleben erheblich beeinträchtigt und das weitere Aufwachsen der Schulgemeinschaft behindert, drängt die Struktur- und Evaluationskommission darauf, "endlich angemessene Baumaßnahmen zu starten und Planungssicherheit herzustellen."
Im Containerbau (links) befinden sich die Lernräume für die Klassenstufen 1 bis 6 und die Mensa. Im DDR-Altbau sind die Räume der Klassenstufen 7 bis 10 untergebracht. Ein Aufwuchs bis zur Klassenstufe 12 ist vorgesehen.