Der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) Sachsen begrüßt die Entscheidung des Freistaates, die Planungen für die Südumfahrung Bautzen vorerst auf Eis zu legen. Angesichts aus dem Ruder gelaufener Kosten und erheblicher Genehmigungsrisiken sei dies der richtige Schritt, lobt Geschäftsführer Konrad Krause. Die Begründung der Staatsregierung zeige, dass sich das Projekt noch in einem frühen Planungsstadium befunden habe.
Gleichzeitig seien die zu erwartenden Kosten bereits jetzt enorm gestiegen, hinzu kämen nicht unerhebliche planungsrechtliche Hindernisse. Auch die Verkehrsprognosen deuteten darauf hin, dass der Autoverkehr in der Region eher abnehmen werde, womit das Projekt gar nicht mehr gebraucht werde. Der Stopp der Südumfahrung sei eine Chance für den Radverkehr, denn frei werdende Gelder und Kapazitäten könnten in den Radwegebau fließen. Statt auf teuren und umstrittenen Straßenneubau zu setzen, solle der Freistaat jetzt endlich die Lücken im Radwegenetz schließen.
Insbesondere entlang der S 106 nach Bloaschütz, der S 109 nach Malschwitz und der S 119 nach Weißnaußlitz und Neukirch bestehe dringender Handlungsbedarf. Diese Verbindungen seien entscheidend für den Alltagsradverkehr, um sicher zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen zu kommen. Der ADFC fordert die Abgeordneten des Sächsischen Landtages daher auf, im nächsten Haushalt deutlich mehr Mittel für den Radverkehr bereitzustellen. Nun haben die Planer im Landesamt Kapazitäten, um sich dem Radwegebau zu widmen – jetzt sei der richtige Zeitpunkt, die Weichen neu zu stellen, so Krause abschließend.