Singvogelmonitoring am Holschaer Teich: Fangsaison 2026 beendet
Fangsaison 2026 am Holschaer Teich abgeschlossen
Der Förderverein Sächsische Vogelschutzwarte Neschwitz e. V. hat die Singvogelsaison 2026 im Holschaer Teichgebiet beendet. Seit 2018 beteiligt sich der Verein am bundesweiten IMS-Monitoring, bei dem durch Netzfang und Beringung von Singvögeln wichtige Daten zu Bestandsentwicklung, Fortpflanzung und Überleben gesammelt werden.
Der Singvogelfang findet jedes Jahr von Mai bis August an zwölf Terminen statt. Im September kommen drei zusätzliche Termine hinzu. Neben der wissenschaftlichen Arbeit spielt am Fangplatz auch die Wissensvermittlung eine große Rolle. Fast zu jedem Termin nutzen Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, die Arbeit des Fördervereins kennenzulernen und Singvögel aus nächster Nähe zu sehen.
388 neu beringte Vögel und 179 Wiederfänge
In der diesjährigen Saison wurden 388 Vögel neu beringt und 179 bereits markierte Individuen erneut gefangen. Diese Wiederfänge sind für das Monitoring besonders wichtig, weil sie Rückschlüsse auf Aufenthaltsdauer, Brutverhalten und Überleben zulassen. So entsteht über die Jahre ein immer genaueres Bild der Vogelwelt im Teichgebiet.
Teichrohrsänger bleibt häufigste Art
Wie in den vergangenen Jahren war der Teichrohrsänger erneut die häufigste Art am Fangplatz. Mit über 150 neu beringten Vögeln stellte er den größten Anteil der Fänge. Zu den regelmäßig gefangenen Arten zählten außerdem Blaumeise, Mönchsgrasmücke, Rotkehlchen und Zilpzalp, von denen jeweils rund 30 Tiere beringt wurden.
Auffällig war 2026 auch die hohe Zahl an Nachtigallen. Insgesamt wurden 26 Nachtigallen neu beringt, überwiegend Jungvögel. Für den Fangplatz ist das ein Rekord und zugleich ein Hinweis auf ein gutes Brutgeschehen in der Umgebung.
Seltene Fänge ergänzen das Bild der Artenvielfalt
Besonders erfreulich sind am Fangplatz die Arten, die nur selten ins Netz gehen. Dazu zählten 2026 unter anderem Trauerschnäpper, Eichelhäher, Wasserralle, Erlenzeisig und Kuckuck. Solche Nachweise sind für das Monitoring zwar zahlenmäßig klein, fachlich aber wertvoll, weil sie die Vielfalt im Gebiet dokumentieren.
„Insgesamt war 2026 ein durchschnittlich gutes Singvogel-Fangjahr und wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Saison“, fasst Katrin Hoffmann vom Förderverein zusammen. Damit endet eine weitere erfolgreiche Saison am Holschaer Teich, die Forschung, Naturschutz und Öffentlichkeitsarbeit miteinander verbindet.