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IG Metall Ostsachsen: Produktivität entsteht nicht durch unbezahlte Mehrarbeit

IG Metall Ostsachsen: Produktivität entsteht nicht durch unbezahlte Mehrarbeit
Symbolbild pixabay Vilkasss
Von: Uwe Tschirner
Die IG Metall Ostsachsen widerspricht den Aussagen von Ministerpräsident Michael Kretschmer deutlich. Nach Ansicht der Gewerkschaft braucht es statt längerer Arbeitszeiten bessere Rahmenbedingungen für Industrie und Beschäftigte.

IG Metall Ostsachsen weist Vorwürfe zurück

Die IG Metall Ostsachsen hat Aussagen des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer scharf zurückgewiesen. Kretschmer hatte Gewerkschaften mangelndes Verständnis für die wirtschaftliche Lage vorgeworfen und eine höhere Produktivität der Arbeit gefordert. Besonders kritisch sieht die Gewerkschaft seine Unterstützung für eine 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich, wie sie jüngst auch vom Mercedes-Benz-Management ins Gespräch gebracht wurde.

Uwe Garbe, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen, betont: „Die Beschäftigten sind nicht schuld an der wirtschaftlichen Misere.“ Wer in einer Zeit von Stellenabbau und Unsicherheit von den Menschen verlange, jede Woche fünf Stunden länger und ohne finanziellen Ausgleich zu arbeiten, handele unverantwortlich. Nach Einschätzung der Gewerkschaft steigert das nicht die Produktivität, sondern belastet die Belegschaften zusätzlich.

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Längere Arbeitszeiten schützen Standorte nicht

Garbe verweist darauf, dass Beschäftigte in den Betrieben über Jahre hinweg mit ihrer Arbeit hohe Renditen für Unternehmen erwirtschaftet hätten. Gerade der Osten zeige jedoch, dass längere Wochenarbeitszeiten keine Garantie für den Erhalt von Standorten seien. In der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie arbeiteten Beschäftigte lange Zeit sogar drei Stunden mehr pro Woche als ihre Kolleginnen und Kollegen im Westen – vor Verlagerungen und Schließungen schützte das dennoch nicht.

Als Beispiele nennt die IG Metall Ostsachsen unter anderem Bosch Powertools in Sebnitz, den Waggonbau Niesky und den Rückzug von Alstom aus Görlitz. Diese Fälle stünden exemplarisch dafür, dass viele Geschäftsführungen kurzfristige Marge über die Zukunft der Menschen stellten.

Politik soll für Zukunft statt für Schuldzuweisungen sorgen

Nach Ansicht der Gewerkschaft liegt die Ursache für den industriellen Rückzug aus Deutschland nicht in fehlender Leistungsbereitschaft der Beschäftigten. Vielmehr fehlten verlässliche politische Rahmenbedingungen. Genannt werden vor allem hohe Energiepreise, zu geringe Zukunftsinvestitionen, ein stockender Ausbau erneuerbarer Energien, Verzögerungen bei Infrastrukturprojekten und eine zu starke Bürokratie.

Statt unbezahlte Mehrarbeit zu fordern, müsse die Politik ihre Hausaufgaben machen und die Voraussetzungen für Investitionen verbessern. Zukunft entstehe durch Innovation, strategische Entscheidungen und die Einbindung qualifizierter Beschäftigter – nicht gegen sie und schon gar nicht auf ihre Kosten.

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Uwe Tschirner

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