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Dynamo klaut Fahne, Hertha die Punkte – Chaos-Spiel endet bitter für Dresden

Dynamo klaut Fahne, Hertha die Punkte – Chaos-Spiel endet bitter für Dresden
(Foto: Florian Kassner)
Von: 1953 Update

Ruhe in Frieden Hansi !

Kurz vor Anpfiff wurde es zunächst still im Stadion. Mit einer Schweigeminute gedachten Spieler und Fans der verstorbenen Vereinslegende und Ehrenspielführer Hans-Jürgen Kreische. Der ehemalige Dynamo-Stürmer war in der Nacht zum 1. April im Alter von 78 Jahren gestorben. Die SGD lief entsprechend mit Trauerflor auf.

Dann rollte der Ball – und wie!

Die Anfangsphase hatte es direkt in sich: Bereits nach zwei Minuten ging Vermeij mit offener Sohle in den Zweikampf gegen Leistner. Glück für den Berliner, dass er weitermachen konnte und Glück für Vermeij, dass Schiedsrichter Jablonski die Gelbe Karte noch stecken ließ.

Nur Sekunden später der nächste Aufreger: Vermeij leistete sich im Aufbau einen fatalen Ballverlust, Reese zog aus rund 15 Metern ab, doch Dynamo-Keeper Schreiber packte im Nachfassen sicher zu.

Früh wurde es dann unübersichtlich: Dichte Rauchschwaden aus dem Gästeblock legten sich über das Spielfeld Pyrotechnik sorgte für eine erste Unterbrechung. Erst in der neunten Minute konnte es weitergehen.

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Dresden zeigte sich danach engagiert. Rossipal brachte eine Flanke von links, die jedoch an Leistner hängen blieb. Kurz darauf suchte Hauptmann selbst den Abschluss, verzog aber deutlich.

Auf der anderen Seite hatte Dynamo Glück: Pauli fälschte eine Hereingabe von Reese beinahe ins eigene Tor ab, der Ball rauschte nur knapp am Pfosten vorbei.

Dann eskalierte die Situation auf den Rängen: Vermummte Dynamo-Anhänger stürmten in Richtung Gästeblock, offenbar um Fanmaterial zu entwenden. Beim Rückzug wurden sie von der Polizei verfolgt. Die Partie musste erneut unterbrochen werden erst in der 39. Minute ging es weiter. Die Uhr wurde anschließend zurück auf Minute 20 gestellt. Mehr dazu finden sie auch hier.

Nach dem Wiederanpfiff übernahm Dynamo zunächst die Kontrolle. Hauptmann brachte einen scharfen Ball in den Strafraum, doch Leistner klärte per Kopf. Die bis dahin wichtigste Defensivaktion lieferte wenig später Wagner, der Brekalo im Strafraum mit einer starken Grätsche stoppte.

In der Schlussphase der ersten Hälfte wurde Hertha aktiver. Über Zeefuik und Winkler lief der Ball gut, doch ein Distanzschuss segelte klar über das Tor.

Kurz vor der Pause hatte Dynamo noch eine vielversprechende Szene: Rossipal chipte den Ball hinter die Abwehr auf Bobzien, der knapp verpasste doch ohnehin ging die Fahne hoch. Abseits.

Sechs Minuten Nachspielzeit gab es obendrauf, ehe der Schiedsrichter zur Pause pfiff.

Trotz Roter Karte: Hertha hohlt 3 Punkte in Dresden

Nach einer wilden ersten Hälfte blieb auch der zweite Durchgang im Rudolf-Harbig-Stadion hitzig mit einem bitteren Ende für Dynamo.

Ohne personelle Wechsel ging es weiter, und Dresden kam direkt wieder gefährlich vors Tor: Bobzien steckte stark durch auf Hauptmann, doch der Kapitän verzog aus spitzem Winkel deutlich (49.).

Hertha ließ sich davon wenig beeindrucken und setzte eigene Nadelstiche. Winkler leitete sehenswert per Hacke auf Sessa weiter, dessen Abschluss aber sichere Beute für Schlussmann Schreiber war (54.). Kurz darauf versuchte es Reese aus der Distanz knapp vorbei.

Dann der nächste Aufreger: Amoako schickte Bobzien, der frei vor dem Tor auftauchte, aber erneut ging die Fahne hoch Abseits. Im direkten Gegenzug kam Kownacki nach Reese-Vorlage zum Abschluss, doch auch dieser Versuch verfehlte das Ziel (64.).

Die Szene des Spiels folgte in der 66. Minute: Brekalo rauschte mit offener Sohle in Wagner hinein und traf ihn heftig am Schienbein. Schiedsrichter Jablonski zögerte keine Sekunde und zeigte glatt Rot! Danach kochten die Emotionen hoch, mehrere Spieler gerieten aneinander doch die Situation konnte schnell beruhigt werden.

Dynamo drückte in Überzahl, kam aber nicht zwingend genug zum Abschluss. Die große Chance bot sich dann vom Punkt: Nach VAR-Eingriff entschied Jablonski auf Handspiel von Seguin (76.). Vermeij trat an und scheiterte! Keeper Ernst ahnte die Ecke und lenkte den Ball stark um den Pfosten.

Das sollte sich rächen.

In der 80. Minute fiel das Tor und was für ein bitteres für die Hausherren: Reese brachte den Ball in die Mitte, Winkler stieg hoch, doch Rossipal fälschte die Kugel unglücklich ab. Der Ball flog in hohem Bogen über Schreiber hinweg ins Tor – 0:1!

In der Schlussphase versuchte Dynamo nochmal alles, während Hertha das Spiel clever beruhigte. Wagner forderte nach einem Zweikampf im Strafraum noch einen Elfmeter, doch Jablonski ließ weiterlaufen (87.).

In der Nachspielzeit wurde es noch einmal eng: Sterner prüfte Ernst, doch im Nachsetzen klärte Leistner in höchster Not (90.+2). Die letzte Chance hatte Daferner per Kopf nach einer Ecke drüber (90.+6).

Dann war Schluss.

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(DS)

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