Ihre sportliche Sternstunde gehört vielleicht zu den ungewöhnlichsten Geschichten, die die Olympischen Spiele vor 50 Jahren in Montreal aus Sicht der DDR hervorzauberte.
Denn Ausnahme-Ruderin Christine Hahn hätte unter ihrem Mädchennamen Scheiblich den Olympiasieg im Frauen-Einer fast verbummelt. Die damals 21-Jährige verpasste es, sich rechtzeitig bei der Wettkampfleitung anzumelden, erschien erst einige Minuten nach der geforderten Zeit von 20 Minuten vor dem Start. "Mein Trainer durfte nicht mit nach Montreal fahren, damals hat man ja auch schon gespart. Ich war nur Einer-Fahrerin und wurde der Trainerin vom Doppelvierer zugeordnet. Die hatten ja auch mit sich zu tun und ihrem Boot", erinnert sich die 71-Jährige kopfschüttelnd, aber schmunzelnd.
Soll heißen, die Einer-Weltmeisterin von 1974 und 1975 war in ihrer unmittelbaren Rennvorbereitung auf sich allein gestellt. Entgegen der Gewohnheit. Die immergleichen Abläufe waren aber mit ihrem Heimtrainer Dieter Schubert eingespielt, automatisiert.

