Der Gang zum Anwalt gehört für die allermeisten Deutschen zwar nicht zum Alltag, so selten wie oftmals angenommen sind Rechtsstreitigkeiten aber ebenfalls nicht. Etwa neun Millionen Deutsche trifft es jährlich, wobei die Tendenz eher zu-, statt abnimmt. Einerseits aufgrund zunehmender Regulierung und Vorgaben, andererseits aufgrund von gesellschaftlichen und arbeitstechnischen Verhältnissen.
Wachsende Rechtsrisiken: Diese Bereiche sind besonders betroffen
In der Arbeitswelt können Konflikte zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern schnell auftreten, auch aufgrund des strikten Arbeitnehmerschutzes in Deutschland. Kündigungen sind darunter der Klassiker, aber auch Arbeitszeiten, Überstunden und Home-Office-Regelungen sorgen, ebenso wie Arbeitsschutz und Arbeitsbedingungen, für Konfliktpotenzial.

Der Einzug in die neue Wohnung – noch ist die Stimmung entspannt. Doch nicht selten zeigen sich später Konflikte mit Vermietern oder Mietverträgen. / Foto: Drazen Zigic auf freepik.com
Im Mietrecht nahmen Rechtsstreitigkeiten zuletzt zu, auch aufgrund des angespannten Wohnungsmarktes und der voranschreitenden Urbanisierung. Mieterhöhungen und ob diese jeweils gerechtfertigt sind, gelten ebenso wie gemeldete Schadensfälle beziehungsweise Mängel zu den Klassikern. Besonderes Konfliktpotenzial bringen Eigenbedarfskündigungen mit, wo Eigentümer häufig über ihre vom Gesetzgeber zugestandenen Rechte hinausgehen.