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Emotional Eating: Warum falsche Ernährung oftmals im Kopf beginnt

Junge Frau mit nachdenklichem Blick vor einem Teller Kuchen, daneben Obst und Gebäck
Emotionen können das Essverhalten stark beeinflussen. / Foto: freepik auf magnific.com
Von: Konrad Vers

Für den Körper ist die Energie aus Lebensmitteln wichtig, damit verschiedene Funktionen zuverlässig ablaufen können. Normalerweise signalisiert Hunger, dass Nahrung benötigt wird. Doch nicht immer ist echter körperlicher Hunger der Grund dafür, zum Kühlschrank zu gehen oder zu einem Snack zu greifen. Emotionen können das Essverhalten stark beeinflussen, häufig stärker, als es im Alltag bewusst wahrgenommen wird. Auch bei Adipositas kann emotionales Essen eine Rolle spielen. Nicht jeder Mensch mit Übergewicht ist davon betroffen, doch es kann ein möglicher Faktor sein. Was bedeutet Emotional Eating genau, woran lässt es sich erkennen und welche Schritte können helfen?

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Was ist Emotional Eating?

Emotionales Essen gilt nicht automatisch als Essstörung. Laut der Deutschen Psychologen Akademie zählt es eher zu problematischem Essverhalten, das sich jedoch zu einer Störung entwickeln kann. Entscheidend ist unter anderem, wie stark das Verhalten kontrollierbar bleibt und wie sehr es den Alltag, die Gesundheit oder das eigene Wohlbefinden belastet.

Typisch ist, dass Essen mit bestimmten Emotionen verknüpft wird. Häufig geht es um unangenehme Gefühle wie Stress, Frust, Einsamkeit, Traurigkeit, Überforderung oder innere Unruhe. In diesem Zusammenhang wird auch oft von Stressessen gesprochen. Die Auslöser sind jedoch individuell und können je nach Lebenssituation sehr unterschiedlich sein.

Bei Verdacht auf ein gestörtes Essverhalten ist eine ärztliche oder therapeutische Abklärung sinnvoll. Fachliche Unterstützung kann helfen, das eigene Essverhalten besser zu verstehen und geeignete Schritte einzuleiten. Auch eine unausgewogene Ernährungsweise kann eine Rolle spielen. Eine ärztlich begleitete Ernährungsberatung, wie sie The Body Clinic anbietet, kann dabei helfen, das eigene Essverhalten besser einzuordnen. Eine medikamentöse Gewichtsreduktion kommt nur für bestimmte Menschen infrage und sollte immer individuell medizinisch geprüft werden, insbesondere wenn bereits Begleiterkrankungen durch Adipositas bestehen.

Ursachen und Zusammenhang mit Adipositas

Wie emotionales Essen entsteht, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Häufig stehen negative Gefühle im Vordergrund, die durch Essen kurzfristig ausgeglichen oder gedämpft werden sollen. Bestimmte Lebensmittel können dabei als schnelle Belohnung oder Beruhigung wahrgenommen werden. Laut Techniker Krankenkasse wird in solchen Situationen häufig zu stark zucker- oder fettreichen Lebensmitteln gegriffen.

Problematisch wird dieses Muster vor allem dann, wenn es regelmäßig auftritt. Werden über längere Zeit mehr Kalorien aufgenommen, als der Körper benötigt, kann dies eine Gewichtszunahme begünstigen. Gleichzeitig löst das Essen die eigentliche emotionale Ursache meist nicht. Dadurch kann ein Kreislauf entstehen: Ein unangenehmes Gefühl führt zum Essen, danach entstehen möglicherweise Schuldgefühle oder Frust, was wiederum neues emotionales Essen auslösen kann.

Eigenes Verhältnis zu Nahrung erörtern

Im Mittelpunkt steht deshalb das persönliche Verhältnis zu Essen und Emotionen. Laut AOK handelt es sich häufig um ein erlerntes Verhalten, das sich durch Wiederholung verfestigen kann. Bestimmte Gefühle werden dann immer wieder mit bestimmten Lebensmitteln oder Esssituationen verbunden.

Nicht jedes emotionale Essen führt automatisch zu einer Esstörung. Dennoch sollte man aufmerksam werden, wenn Essen regelmäßig als Hauptstrategie genutzt wird, um mit Stress, Traurigkeit oder Überforderung umzugehen. Hilfreich kann es sein, typische Situationen zu beobachten: Wann tritt der Drang zu essen auf? Welche Gefühle gehen voraus? Geht es wirklich um Hunger oder eher um Beruhigung, Ablenkung oder Belohnung?

Wer solche Muster bei sich erkennt, kann beginnen, das eigene Essverhalten bewusster einzuordnen. Dazu gehört auch, alternative Strategien zu entwickeln, etwa kurze Bewegung, Gespräche, Entspannungsübungen, feste Mahlzeiten oder eine bessere Tagesstruktur. Wichtig ist, nicht mit Schuldgefühlen zu reagieren, sondern die zugrunde liegenden Auslöser ernst zu nehmen.

Professionelle Hilfe kann Klarheit schaffen

Professionelle Unterstützung kann besonders dann wichtig sein, wenn das Essverhalten als belastend erlebt wird oder sich nicht mehr gut steuern lässt. Auch wenn das Problem zunächst kontrollierbar wirkt, kann sich daraus eine stärkere Belastung entwickeln, etwa in Richtung Binge-Eating. Das Bundeszentrum für Ernährung weist darauf hin, dass Gewichtszunahme und negative Emotionen sich gegenseitig verstärken können.

Eine Abnehmspritze ist in einer solchen Situation kein Allheilmittel und ersetzt keine Auseinandersetzung mit den emotionalen Auslösern des Essverhaltens. In bestimmten Fällen kann eine ärztlich begleitete Behandlung jedoch Teil eines umfassenderen Konzepts sein, insbesondere wenn Adipositas und Begleiterkrankungen vorliegen. Entscheidend bleibt eine kontinuierliche medizinische Betreuung, die Ernährung, Bewegung, psychische Faktoren und langfristige Gewohnheiten gemeinsam berücksichtigt. So kann das eigene Verhältnis zum Essen Schritt für Schritt besser verstanden und stabiler gestaltet werden.

Konrad Vers
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Konrad Vers

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