Wer Metallteile mit höchster Oberflächenqualität herstellen oder aufbereiten will, kommt an einem Verfahren kaum vorbei: dem Elektropolieren. Plasmotion beschreibt es treffend als elektrolytischen, anodischen Abtrag – ein Prozess, bei dem nicht aufgetragen, sondern kontrolliert abgetragen wird. Das Resultat ist eine metallisch reine, glänzende und korrosionsbeständige Oberfläche, die mechanische Verfahren in vielen Anwendungsbereichen schlicht nicht erreichen können.
Verfahrensablauf: So funktioniert das Elektropolieren von Metall
Wer die Vorgehensweise beim elektropolieren im Detail verstehen will, sollte den Prozess Schritt für Schritt betrachten. Zunächst wird das Werkstück gereinigt, um Fette, Öle und grobe Verunreinigungen zu entfernen. Dann taucht es in das Elektrolytbad ein – typischerweise eine Mischung aus Phosphorsäure und Schwefelsäure, je nach Werkstoff auch mit weiteren Additiven.
Das Werkstück bildet die Anode, eine inerte Gegenelektrode (zum Beispiel aus Blei oder Edelstahl) die Kathode. Beim Anlegen von Gleichstrom – typischerweise im Bereich von 5 bis 30 Volt – wandern Metallionen von der Werkstückoberfläche in den Elektrolyten. Die entscheidende Variable ist dabei die Stromdichte, ausgedrückt in Ampere pro Quadratzentimeter (A/cm²). Sie bestimmt, wie schnell und gleichmäßig der Abtrag erfolgt.
Die Einwirkzeit liegt je nach Werkstoff und gewünschter Oberflächengüte meist zwischen 5 und 30 Minuten. Eine zu kurze Behandlung glättet nur unvollständig, eine zu lange kann die Geometrie des Werkstücks verändern.
Nach dem Elektropolieren folgen Spülschritte, um Elektrolytrückstände vollständig zu entfernen. Das Ergebnis ist eine Oberfläche mit deutlich reduziertem Rauheitswert (Ra), einer ausgeprägte Passivschicht und hohem Glanzgrad.