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Bargeld verliert an Boden: Wie sich unser Bezahlen verändert und welche Karte wofür geeignet ist

Bargeld verliert an Boden: Wie sich unser Bezahlen verändert und welche Karte wofür geeignet ist
Wer im Alltag im Laden einkauft, greift für die Bezahlung immer häufiger zur Karte. / Bildquelle: Flux 2 Pro
Von: Manfred Schulz
Ob beim Bäcker, an der Supermarktkasse oder im Restaurant: Wer heute bezahlen möchte, greift immer häufiger zur Karte oder zum Smartphone.

Deutschland, lange als ausgesprochen bargeldaffin bekannt, hat dabei einen bemerkenswerten Wendepunkt erreicht. Nach aktuellen Zahlen der Deutschen Bundesbank wurden 2025 erstmals mehr alltägliche Einkäufe bargeldlos als bar bezahlt.

Doch mit der zunehmenden Kartennutzung stellt sich eine Frage, die im Alltag durchaus Relevanz hat: Was für eine Karte steckt eigentlich im Portemonnaie und sind die Unterschiede überhaupt noch wichtig?

Erstmals überwiegen bargeldlose Zahlungen

Die Zahlen der Bundesbank zeigen, wie deutlich sich die Gewohnheiten verändert haben. 55 Prozent der erfassten Einkäufe wurden 2025 bargeldlos beglichen, 45 Prozent bar. Trotzdem bleiben Scheine und Münzen, nach einzelnen Zahlungsmitteln differenziert, die am häufigsten verwendete Bezahlmethode. Auf Platz zwei folgen Debitkarten mit einem Anteil von 26 Prozent, wobei die Girocard hier weiterhin dominiert. Mobile Bezahlverfahren wie Smartphone oder Smartwatch liegen inzwischen auf dem dritten Platz.

Eine weitere Statistik aus der Feder der Bundesbank unterstreicht die Entwicklung. 

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Im Jahr 2025 wurden rund 14,5 Milliarden 45  Kartenzahlungen über deutsche 30 Zahlungsdienstleister abgewickelt und damit elf Prozent mehr als im Vorjahr.   

Damit entfielen rund 43 Prozent aller Zahlungen von Nichtbanken auf Kartenzahlungen. 

Das Portemonnaie wird deshalb nicht zwangsläufig überflüssig. Sein Inhalt verändert sich aber. Neben der klassischen Girocard finden sich dort zunehmend Debit- und Kreditkarten, insbesondere von etablierten Anbietern wie Visa oder Mastercard. Von außen sehen sich diese Karten häufig zum Verwechseln ähnlich. Finanztechnisch funktionieren sie jedoch unterschiedlich. Ein detaillierterer Blick ins Portemonnaie lohnt sich. 

Debitkarte ist nicht automatisch Kreditkarte

Gerade hier sorgt die Entwicklung der vergangenen Jahre für Verwirrung. Ein Visa- oder Mastercard-Logo bedeutet heute nicht mehr automatisch, dass es sich um eine Kreditkarte handelt. Auch Debitkarten können über diese Kartensysteme ausgegeben werden.

Der entscheidende Unterschied liegt im Zeitpunkt der Belastung. Bei einer Debitkarte wird eine Zahlung direkt und vollständig vom zugehörigen Konto abgebucht. Die weit verbreitete Girocard gehört ebenfalls zu den Debitkarten. Bei einer klassischen Kreditkarte werden die getätigten Umsätze dagegen erst zu einem vereinbarten Zeitpunkt vollständig oder teilweise vom Konto eingezogen.


Beim Einkauf im Supermarkt mag diese Unterscheidung kaum auffallen. Wer eine zusätzliche Karte sucht, sollte trotzdem zunächst überlegen, wofür sie gebraucht wird. „Nicht jede Kreditkarte ist automatisch günstig oder flexibel", erklären die Finanzexperten für Kreditkarten im Vergleich bei smava. „Manche eignen sich besonders zum Reisen, andere für Online-Shopping, und wieder andere sind ideal, wenn Sie Ihre Ausgaben streng kontrollieren möchten." 

Vor der Auswahl einer Karte für den täglichen Zahlungsverkehr lohnt es sich deshalb, das eigene Bezahlverhalten kritisch zu prüfen und zu definieren, welchen Anforderungen ein Zahlungsmittel gerecht werden muss.

Auf Reisen können die Unterschiede wichtiger werden

Besonders relevant kann die Auswahl einer passenden Karte auf Reisen werden. Debitkarten mit Visa- oder Mastercard-System ermöglichen zwar in der Regel auch Zahlungen im Ausland. Sie funktionieren aber nicht identisch mit klassischen Kreditkarten.

Wer beispielsweise regelmäßig Hotels oder Mietwagen bucht, sollte deshalb vorab prüfen, welche Karten der jeweilige Anbieter akzeptiert und welche Bedingungen beispielsweise für Mietkautionen gelten, die häufig über die Blockierung eines bestimmten Betrages über die Kreditkarte erfolgen. Entscheidend sind die Bedingungen des Hotels, des Vermieters und nicht zuletzt des Kartenanbieters.

Auch die Gebühren für einzelne Zahlungsdienstleistungen verdienen einen genaueren Blick. Je nach Vertrag können Kosten für Bargeldabhebungen oder Zahlungen in Fremdwährungen anfallen. Eine Karte ohne Jahresgebühr ist daher nicht automatisch kostenlos in jeder Nutzungssituation. Wer häufig außerhalb des Euroraums unterwegs ist, hat andere Anforderungen an ein Zahlungsmittel als jemand, der seine Karte fast ausschließlich für Einkäufe in Deutschland verwendet.

Vorsicht bei Kreditkarten mit Teilzahlung

Noch größer werden die Unterschiede, wenn eine Kreditkarte eine Teilzahlungsfunktion integriert. Bei sogenannten Revolving-Kreditkarten muss der offene Betrag nicht zwingend mit der nächsten Abrechnung vollständig ausgeglichen werden. Stattdessen kann er über mehrere Monate zurückgezahlt werden.

Was zunächst nach zusätzlicher finanzieller Flexibilität klingt, kann erhebliche Kosten verursachen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) weist darauf hin, dass bei Kreditkarten mit Finanzierungsfunktion hohe Zinsen anfallen können. Bei von ihr untersuchten Angeboten waren Zinssätze von bis zu 20 Prozent pro Jahr möglich.

Wer eine solche Karte nutzt, sollte deshalb nicht nur auf die Jahresgebühr schauen. Mindestens ebenso wichtig sind der Sollzins, die voreingestellte Rückzahlungsrate und die Möglichkeit, den offenen Betrag auch vorzeitig vollständig auszugleichen. Eine vermeintlich kostenlose Karte kann teuer werden, wenn über längere Zeit ein Kreditkartensaldo bestehen bleibt.

Die passende Karte muss zum Alltag passen 

Die Auswahl an Zahlungsmitteln ist nicht automatisch ein Vorteil, wenn die Unterschiede zwischen den Angeboten unscharf bleiben.

Vor der Entscheidung helfen einige einfache Fragen:

Auch nach der Entscheidung verdienen vorhandene Karten gelegentlich eine neue Bestandsaufnahme. Wer seit Jahren dieselbe Kreditkarte besitzt, zahlt möglicherweise für Leistungen, die längst nicht mehr benötigt werden. Umgekehrt kann eine Karte, die für den normalen Einkauf vollkommen ausreicht, bei häufigen Auslandsreisen weniger gut zum eigenen Nutzungsverhalten passen. 

Bargeld verschwindet trotzdem nicht

Aus dem Boom bargeldloser Zahlungen lässt sich nicht ableiten, dass Münzen und Scheine unmittelbar vor dem Aus stehen. Vielmehr entsteht ein Nebeneinander verschiedener Zahlungsformen. Zwar wurden 2025 insgesamt mehr Einkäufe bargeldlos als bar bezahlt, als einzelnes Zahlungsmittel liegt Bargeld jedoch weiterhin vorn.

Deshalb führt die Debatte „Bargeld oder Karte?" zunehmend an der Realität vorbei. Im Alltag geht es längst weniger um ein Entweder-oder als um Auswahlmöglichkeiten und individuelle Anpassbarkeit. Für den Kaffee reichen Münzen, der Wocheneinkauf wird mit der Girocard bezahlt, das Smartphone übernimmt den schnellen Einkauf unterwegs und für die nächste Reise kommt möglicherweise eine Kreditkarte hinzu.

Je vielfältiger das Bezahlen wird, desto wichtiger wird deshalb eine simple Frage: Welches Zahlungsmittel passt am besten zu meinem Alltag?

Manfred Schulz
Artikel von

Manfred Schulz

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