Logo Die Sachsen News

Wie ein Stipendium Mediziner nach Mittelsachsen zurückholt

Wie ein Stipendium Mediziner nach Mittelsachsen zurückholt
Symbolbild Krankenhaus / pixabay AKuptsova
Zwei Medizinstudenten aus dem Erzgebirge erzählen, warum 400 Euro im Monat, Mentoren vor Ort und der Blick ins eigene Krankenhaus sie nach Hause ziehen.

400 Euro im Monat, feste Ansprechpartner und frühe Einblicke in Kliniken und Praxen vor Ort – das Stipendienprogramm „Rundum gesund – Ärztin/Arzt werden in Mittelsachsen“ will mehr als nur Geld verteilen. Es will Bindung schaffen. Der Landkreis fördert derzeit 25 Medizinstudierende. Zwei von ihnen, Alexander Maschek aus Neuhausen und Richard Kopra aus Voigtsdorf, erzählen, warum die Heimat für sie kein Zufall ist – sondern eine Entscheidung.

Alexander Maschek ist 23, studiert im zehnten Semester in Jena und steht kurz vor dem Staatsexamen. In vier Wochen beginnt die dreitägige Prüfung. Parallel arbeitet er an seiner Doktorarbeit. Besteht er, startet das Praktische Jahr – in der Gemeinschaftspraxis in Sayda, in der auch seine Mentorin Dr. Nicole Winkler tätig ist. Genau diese Praxis hatte ihm das Stipendium empfohlen. Lange überlegen musste er nicht: „Ich bin sehr heimatverbunden und mir sicher, dass ich in der Allgemeinmedizin arbeiten möchte.“

Richard Kopra, 28, kommt aus Voigtsdorf in der Gemeinde Dorfchemnitz und studiert in Berlin. Er beginnt das achte Semester und sammelt praktische Erfahrungen im Freiberger Krankenhaus. Kardiologie reizt ihn mehr als die Allgemeinmedizin, naturverbunden fühlt er sich trotzdem. Das Stipendium, sagt er, entlaste spürbar. Vor allem aber sei es der ausschlaggebende Grund gewesen, nach dem Studium zurückzukehren. Die 400 Euro monatlich seien nur ein Teil. „Die Treffen mit den anderen Stipendiaten finde ich gut.“ Online-Meetings und Rundgänge durch Einrichtungen im Landkreis zeigen, welche Wege offenstehen. „So sieht man, welche beruflichen Möglichkeiten es gibt“, ergänzt Maschek.

Für Mentorin Dr. Nicole Winkler, 38, liegt ein großer Vorteil in der freien Fachwahl. Viele wüssten zu Beginn des Studiums noch nicht, welchen Weg sie einschlagen wollen. Die Ärztin betreut derzeit vier Studierende. Man begegnet sich bei den Programmtreffen, spricht online und telefonisch. „Und wir bieten uns auch als möglicher Arbeitgeber an.“

Seit 2020 läuft „Rundum gesund“. Ab dem Wintersemester 2026/27 können erstmals auch Zahnmedizinstudierende gefördert werden. Bewerben können sich Studieninteressierte und Studierende aller Semester – unabhängig vom Studienort. Das Studium darf an einer deutschen Hochschule oder in einem EU-Mitgliedstaat stattfinden, sofern der Abschluss in Deutschland anerkannt wird.

Die Förderung ist an eine klare Erwartung geknüpft: Praktische Ausbildungsabschnitte und vor allem das Praktische Jahr sollen nach Möglichkeit in Mittelsachsen absolviert werden. Nach dem Abschluss folgt eine ärztliche Tätigkeit im Landkreis oder die Weiterbildung zur Fachärztin beziehungsweise zum Facharzt vor Ort.

Bewerbungen sind grundsätzlich ganzjährig möglich. Wer ab dem Wintersemester 2026/27 gefördert werden will, muss bis zum 30. September 2026 den ausgefüllten Bewerbungsbogen und eine aktuelle Immatrikulationsbescheinigung einreichen – per E-Mail an medizinstipendium@landkreis-mittelsachsen.de.

Weitere Informationen, die Förderrichtlinie und die Unterlagen stehen unter www.landkreis-mittelsachsen.de/stipendium.