Wie schätzen Sie die Wirtschaftslage im Landkreis ein?
Wenn man als Beispiel Kreditausfälle von Firmen heranzieht, dann scheint sie noch relativ stabil zu sein. Spricht man mit Handwerkern über die Auftragslage, gerade im Baugewerbe, sieht das ganz anders aus. Was unsere Industrie betrifft, sind die hohen Energiepreise das Hauptthema bei uns im Landkreis. Darunter leiden viele Firmen, nicht nur Feralpi und Wacker. Feralpi hat kürzlich einen Produktionsstillstand gehabt. Es muss dringend eine Korrektur in der Energiepolitik Deutschlands kommen. Allein auf erneuerbare Energien zu bauen, oft auch gegen den Willen der Menschen, das genügt nicht.
Was wird die geplante TSMC-Ansiedlung in Dresden-Nord dem Landkreis Meißen bringen?
Ob wir infrastrukturell gut genug vorbereitet sind, wird sich zeigen. Im Moment läuft eine Untersuchung, wie wir uns als Landkreis Meißen mit den anderen Regionen rund um Dresden einbringen können. Leider macht Dresden an der Stelle viel allein. Aber die neue Ansiedlung liegt sehr dicht am Landkreis Meißen und berührt somit auch unsere Interessen. Ich wünsche mir tatsächlich noch ein bisschen mehr Offenheit und intensivere Zusammenarbeit der beteiligten Regionen und Akteure, allen voran Dresden. Mit dem Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert bin ich im engen Austausch, aber auf der Arbeitsebene kann man das, denke ich mal, noch ein bisschen optimieren.
