Es ist vorbei. In einem Brief an den Meißner AfD-Kreisvorstand gibt die Bundestagsabgeordnete Barbara Benkstein ihren Rückzug bekannt. "Ich stehe nicht ein weiteres Mal als Direktkandidatin für unseren Landkreis zur Verfügung", schrieb sie. Sie gibt persönliche Gründe für ihren Entschluss an. Die vorgezogene Bundestagswahl ist am 23. Februar 2025.
Nach nur einer Legislatur im Deutschen Bundestag ist Schluss. 2021 ist Barbara Benkstein, damals noch mit ihrem Geburtsnamen Lenk, in den Bundestag eingezogen. Die 42-jährige Benkstein hat innerhalb ihrer Mandatszeit geheiratet, lebt mit ihrem Mann in Klipphausen und möchte künftig mehr Zeit für die Familie, vor allem aber für die Familienplanung haben. Lange Sitzungswochen in Berlin und eher Zwölf-als Achtstunden-Arbeitstage seien dabei wenig hilfreich. Benkstein holte bei der Wahl 2021 mit 31 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Landkreis Meißen (Wahlkreis 155). Ihr Vorgänger war Thomas de Maiziere (CDU).
Sie werde aber ihrer Partei die Treue halten und auch beim bevorstehenden Wahlkampf mithelfen. Der Spitzenkandidat aus dem Landkreis soll am 14. Dezember in Thiendorf normiert werden. Als aussichtsreichster Kandidat gilt Carsten Hütter. Der gebürtige Unnaer ist seit 2014 Mitglied des sächsischen Landtages und seit mehr als vier Jahren Bundesschatzmeister. Doch er ist unter den AfD-Mitgliedern nicht unumstritten und hat 2021 die Nominierung gegen Benkstein verloren. Deshalb haben auch René Hein und Stephan Waidmann Chancen aufs Direktmandat. Für die CDU wird Titus Reime aus Radebeul als Direktkandidat antreten. Er gilt als stärkster Gegner für den AfD-Kandidaten.