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Lommatzscher Bürgermeisterin Anita Maaß will ein Comeback

Lommatzscher Bürgermeisterin Anita Maaß will ein Comeback
Ein breites Bündnis unterstützt Anita Maaß (3.v.r.) Foto: privat
Von: Meißen News
Warum Anita Maaß trotz Kritik und Windkraft-Streit jetzt doch wieder zur Bürgermeisterwahl Anfang September antritt und welche Folgen das für Lommatzsch hat.

Ein Bericht von Bürgerjournalistin Antje Wetzl

Ein warmer Sommerabend, ein gut gefüllter Garten, gespannte Gesichter – und dann eine Entscheidung, die die politische Stimmung in Lommatzsch schlagartig verändert: Anita Maaß tritt wieder an. Am 30. Juni, bei einer Mitgliederversammlung des örtlichen FDP-Ortsverbands zur Wahl eines Kandidaten für die Bürgermeisterwahl, erklärt die aktuelle Bürgermeisterin ihre überraschende Bereitschaft dazu.

Zuvor haben Stadträte der Fraktionen FDP, CDU und der Bürgerliste "Lommatzscher (p)legen Demokratie" sowie zahlreiche Gäste einen offenen Brief überreicht. 450 Unterstützerinnen und Unterstützer signalisieren ihr damit, dass sie sich eine Rückkehr wünschen, erklärte Maaß. Diese breite Resonanz habe sie „tief bewegt“. Auch politisch formiert sich ein ungewöhnliches Bündnis: CDU, die Bürgerliste "Lommatzscher (p)legen Demokratie" und FDP unterstützen ihre Kandidatur gemeinsam – ein Zusammenschluss, der in der Stadt so bislang nicht existierte. Besonders stark sind in Lommatzsch aber die Freien Wähler und die AfD, die zusammen die Mehrheit im Stadtrat besitzen (11 von 18 Sitzen).  Das Bündnis, dass Frau Maaß unterstützt, kommt nur auf sieben Sitze. 

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Allerdings: Bürgermeisterwahlen sind Personenwahlen. Die Entscheidung von Anita Maaß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Stadt sich zukünftig auf finanzielle Engpässe einstellen muss. Dazu kommen Konflikte um die Windkraftplanung und eine spürbare politischen Zerrissenheit im Stadtrat. Das bestätigte die FDP, die die Veranstaltung organisiert hatte.

Maaß begründete in ihrer Bewerbungsrede den Schritt. Die Entwicklungen der vergangenen Monate schienen - neben ihrer vorherigen persönlichen Entscheidung - einen Rückzug aus dem Amt unvermeidlich zu machen: wegen interner Spannungen, administrativer Blockaden und einer zunehmend schwierigen Verwaltungsarbeit. Doch ihre tiefe innere Verbundenheit mit Lommatzsch sowie der Wunsch aus der Bürgerschaft haben sie zum Nachdenken bewogen. Nach reiflicher Überlegung gemeinsam mit ihrer Familie sei sie bereit, Verantwortung für die Menschen in Lommatzsch erneut zu übernehmen.

Ob Maaß mit ihrer Rückkehr die politische Dynamik der Stadt neu ordnen kann, wird sich erst zeigen. Sicher ist nur: Die Entscheidung hat die Debatte neu entfacht – und die kommenden Wochen werden für Lommatzsch politisch entscheidend.

Die Bürgermeisterwahl ist vom Stadtrat für den 6. September 2026 festgesetzt worden. Als Tag für einen etwaigen zweiten Wahlgang legte man sich auf den 20. September fest –  zwei Wochen später. 

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