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Letzter Abschnitt Stauffenbergallee erst Mitte Juni fertig

Letzter Abschnitt Stauffenbergallee erst Mitte Juni fertig
Der Ausbau der Stauffenbergallee hat sich nach dem Winter weiter verzögert. Der letzte Abschnitt zwischen Rudolf-Leonhard-Straße und Zum Reiterberg wird seit Ende Februar weiter saniert. Fotos: Peter Hilbert
Von: Meißen News
Für die Stadt Dresden bleibt noch einiges zu tun. Warum zwar Leitungen modern erneuert oder saniert wurden, uralte Regenwasserleitungen vom Ende des 19. Jahrhunderts jedoch nicht.

Auf der vormaligen Rumpelpiste Stauffenbergallee bietet sich schon jetzt eine neue mobile Freiheit. Nicht nur für Kraftfahrer, sondern auch für Radler. Schließlich können sie auf dem Großteil der rund 1,5 Kilometer langen Ausbaustrecke die frisch asphaltierte Fahrbahn und Radwege nutzen. Die Zeiten des krassen Stoßdämpfertests auf der weit über 100 Jahre alten Pflasterpiste sind vorbei. Dennoch bleibt noch einiges zu tun.  

Nach Winterende haben letzte Arbeiten begonnen

Seit Mai 2024 ist das Kopfsteinpflaster im 1,5 Kilometer langen Stück zwischen Hammerweg und Rudolf-Leonhard-Straße mit ihren 3,5 Meter breiten Fahrspuren abschnittsweise verschwunden – außer im letzten Stück. Auf vorbereiten Unterlagen wurden nacheinander jeweils drei Asphaltschichten eingebaut. Parallel dazu hat die Stadt Geh- und Radwege ausbauen und Leitungen erneuern lassen. Ursprünglich war geplant, die Arbeiten bereits im Oktober vergangenen Jahres komplett zu beenden. Aufgrund von Verzögerungen im Bereich der Kreuzung Hammerweg konnte dieser Termin jedoch nicht gehalten werden. Der vergangene Winter brachte weitere Verzögerungen.

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Der mittlere Abschnitt zwischen S-Kurve und „Zum Reiterberg“ ist weitgehend fertig. Nach dem Ende der letzten Kälteperiode konnte auch diese Fahrbahnmarkierung aufgebracht werden.

Mittelabschnitt seit Ende Februar komplett frei

Nachdem es im Februar wieder wärmer geworden war, konnten die Arbeiten fortgesetzt werden. Der mittlere Abschnitt zwischen der S-Kurve an der Polizeidirektion bis zur Straße „Zum Reiterberg“ ist jetzt weitgehende fertiggestellt, sodass auch dort die frisch asphaltierte Straße in jede Richtung befahrbar ist. „Der Rückbau der Verkehrssicherung erfolgte ab dem 25. Februar“, erklärt das Straßen- und Tiefbauamt. „Dieser Abschnitt soll bis Ende März baulich fertiggestellt werden, die endgültige Fahrbahnmarkierung wird bis zum Bauende im Mai/Juni hergestellt.“

Halbseitig gesperrt ist die Stauffenbergallee jetzt nur noch im letzten, 450 Meter langen Stück zwischen der Straße „Zum Reiterberg“ und der Zufahrt zum Kleingartenverein Friedenswacht kurz vor Einmündung der Rudolf-Leonhard-Straße. Der Abschnitt muss noch saniert werden.

Unternehmen nutzen Chance

Obwohl es sich bei der Sanierung der Stauffenbergallee nicht um einen grundhaften Ausbau handelt, haben Unternehmen die Chance genutzt. So verlegte die Sachsen-Energie neue Fernwärmeleitungen. „Mit diesem sogenannten Ringschluss wird die Versorgungssicherheit auf der rechtselbischen Seite deutlich erhöht“, erklärt Sprecherin Nora Weinhold. Zudem habe das Unternehmen an der Kreuzung Hammerweg/Stauffenbergallee mehrere Schutzrohre verschiedener Größen verlegt. „Damit wird verhindert, dass zu einem späteren Zeitpunkt erneut in den Knotenpunkt Hammerweg eingegriffen werden muss“, sagt sie. Zudem wird auch eine bestehende Trinkwasserleitung ausgewechselt.

Die Stadtentwässerung hat 63 Abwasser-Schachtbauwerke instandgesetzt und falls nötig teilerneuert und ein Problem mit klappernden Gullydeckeln gelöst. Ersetzt wurden sie durch Dresdner Schachtabdeckungen. Diese Super-Gullys halten ewig.

Stadt fehlt Geld und Zeit für Erneuerung

Das Straßen- und Tiefbauamt erneuert nach eigenen Angaben zwar 118 Straßenwasserabläufe, im Volksmund Gullys, am Fahrbahnrand und ein erstes Stück der jeweiligen Anschlussleitung. Damit werde eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Zustand vor Maßnahmenbeginn erreicht.

Doch die jeweils längsten Stücke dieser Anschlussleitungen, die in Tiefen zwischen drei und sieben Metern zum Regenwasserkanal in der Straßenmitte führen, bleiben unsaniert. „Die bisherigen Anschlussleitungen wurden gemeinsam mit der Stauffenbergallee Ende des 19. Jahrhunderts errichtet“, erläutert das Straßenbauamt. Also sind sie weit über 100 Jahre alt.

Bei Steinzeugrohren typischer Bauweise könne man eine Lebensdauer von zirka 100 Jahren und mehr annehmen, dies hänge aber natürlich von der Qualität des Rohres selbst und dessen Einbaus ab. Ein Problem bleibt jedoch. Die Rohrverbindungen mit ihren Muffen sind nach dieser Zeit nicht mehr dicht. So fließt ein Teil des Regenwasser in den Untergrund statt in den Regenwasserkanal. Im Extremfall kann dies zu Straßeneinbrüchen führen.

Die Stadt begründet das damit, dass eine grundhafte Sanierung mit Ver- und Entsorgungsleitungen auch finanziell nicht geplant war. „Auch die zur Verfügung stehende Zeit bis zum Baubeginn der Königsbrücker Straße erlaubte es nicht, eine komplexe Erneuerung der Stauffenbergallee durchzuführen“, argumentiert die Behörde. Eine zukünftige Sanierung dieser 118 Straßenablaufleitungen soll mittelfristig in geschlossener Bauweise erfolgen. Sprich, die Straße soll nicht noch einmal aufgerissen werden. Konkrete Zeiträume könnten aber noch nicht genannt werden.

Neue Straßenabläufe und Hausanschlüsse

Gearbeitet wird seit Ende Februar wieder im letzten Abschnitt. Mit dem Abbaggern des Pflasters und dem Herstellen des neuen Unterbaus sind die ersten Arbeiten hinter der Reiterberg-Einmündung geschafft. In Richtung Rudolf-Leonhard-Straße prägt aber noch uraltes Pflaster das Bild auf dieser Fahrbahnhälfte.

In diesem Abschnitt werden nun die neuen Gullys mit einem ersten Stück Kunststoffabfluss und Schutzrohrquerungen für Beleuchtungs-, Telekom- und Niederspannungsleitungen hergestellt, erklärt das Straßenbauamt. Zudem werden Trinkwasser-Hausanschlüsse umgebunden, Fernmelde-Schutzrohre im Fußweg bis zum vorhandenen Kabelschacht ergänzt, Bordsteine reguliert und die Pflasterrinne daneben hergestellt. Letztlich wird diese Fahrbahnhälfte asphaltiert.

„Die Fertigstellung des letzten Bauabschnittes soll voraussichtlich Ende der 24. Kalenderwoche 2026 erfolgen“, kündigt die Behörde an – also bis 13. Juni. Erst war auf Februar, später auf März gehofft worden. „Die Gesamtkosten können derzeit nicht endgültig beziffert werden. Die Mehrkosten aufgrund Bauzeitverlängerung inklusive Winterpause werden zurzeit ermittelt.“ Ursprünglich war von 2,9 Millionen Euro ausgegangen worden.

Text: Peter Hilbert

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