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Dresdner Vater fordert klare Regeln für Sexualerziehung

Dresdner Vater fordert klare Regeln für Sexualerziehung
Symbolbild Sex / pixabay dainisgraveris
Von: Meißen News
Nach dem Pornografievorwurf an einer Schule in Schleife sieht ein Vater strukturelle Defizite in Sachsen und legt einen Erlassvorschlag vor.

Der Wirbel um den Pornografie-Vorwurf an einer Schule in Schleife geht weiter. Ein Dresdner Vater schulpflichtiger Kinder hat sich deshalb mit grundsätzlicher Kritik an der Organisation der Familien- und Sexualerziehung an sächsischen Schulen an den Landeselternrat Sachsen gewandt. In einem Schreiben fordert er verbindliche Qualitäts- und Zulassungsstandards für externe Bildungsanbieter. 

Bereits im Jahr 2024 hatte der Vater eine Anfrage an das Landesamt für Schule und Bildung gerichtet. Die damalige Antwort habe zwar die geltenden Regelungen nachvollziehbar erläutert, zugleich jedoch eine strukturelle Problematik offengelegt, heißt es in dem Brief. Konkret kritisiert der Verfasser, dass die Teilnahme von Schülerinnen und Schülern an entsprechenden Unterrichtsinhalten verpflichtend sei, während externe Träger weitgehend ohne einheitliche Qualitätskontrollen eingebunden würden.

Gerade bei sensiblen Themen sei aus Elternsicht problematisch, dass Inhalte und Methoden externer Anbieter oft weniger transparent seien als regulärer Unterricht. Der Vater verweist in diesem Zusammenhang auf § 36 des Sächsischen Schulgesetzes, der die Familien- und Sexualerziehung ausdrücklich als Aufgabe der Schule definiert. 

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Als Reaktion hat er einen eigenen Erlassvorschlag erarbeitet. Dieser sieht unter anderem eine verpflichtende Zertifizierung externer Träger, klare Genehmigungs- und Prüfverfahren, mehr Transparenz gegenüber Erziehungsberechtigten sowie inhaltliche und methodische Leitplanken vor. Auch grundlegende didaktische Prinzipien wie der Beutelsbacher Konsens sollen berücksichtigt werden. Ziel sei es ausdrücklich nicht, Bildungsangebote einzuschränken, sondern deren Qualität und Verlässlichkeit zu stärken. Der Vorschlag wurde parallel an das Sächsische Staatsministerium für Kultus sowie an das Landesamt für Schule und Bildung übermittelt.

Anlass der Aufregung ist ein Theaterprojekt im März in der 9. Klasse der Oberschule in Schleife (Landkreis Görlitz). Dort hatten Schü­le­r plötzlich ein Heft mit Fotos von nackten Personen und sexuellen Darstellungen vor sich, ausgeteilt von der Projektleitung. Der Schulleiter intervenierte, die Projektwoche wurde abgebrochen. Die beiden Lehrkräfte des Projektes  kamen extern vom Berliner Landesverband der Falken, der sozialistischen Jugend, an die Schule in Schleife. Den Theaterworkshop hatte die Amadeu-Antonio-Stiftung finanziert. Die hat inzwischen auch ein Statement veröffentlicht, in dem sie sich bei den betroffenen Schü­le­rn und ihren Eltern sowie beim schulischen Personal entschuldigt. Die Stiftung habe die Förderung gestoppt. 

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