„Hier möchte ich Kuh sein“,sagte Anita Maaß, die Bürgermeisterin von Lommatzsch, während ihres Besuchs in der Agrargenossenschaft Lommatzsch in dieser Woche. Mit ihr war der FDP-Bundestagsabgeordnetem Torsten Herbst. Aufgrund der jüngsten Ausbrüche von Maul- und Klauenseuche blieb der Kuhstall jedoch geschlossen. Stattdessen führte der Rundgang durch die Agrargenossenschaftsflächen sowie die großen Hallen, in denen der hochmoderne Fuhrpark untergebracht ist. Das Unternehmen bewirtschaftet 2.300 Hektar Land und baut darauf Weizen, Raps, Erbsen sowie Zuckerrüben ant. Zudem werden rund 1.000 Rinder in modernen Ställen gehalten, die mit Massagebürsten und Gummimatten ausgestattet sind.
Die Bundestagswahl rückt näher, und Torsten Herbst belegt auf der Landesliste der sächsischen FDP den ersten Platz, während Anita Maaß auf dem fünften Platz steht. Hätten die beiden Politiker jedoch nur Wahlkampf im Sinn gehabt, hätten sie vermutlich ein lokal attraktiveres Ambiente gewählt, denn Traktoren und Mähdrescher können nicht wählen und die 62 Angestellten des Betriebs hatten alle Hände voll zu tun. Einer von ihnen kümmert sich um einen Reifenwechsel am Traktor, während ein anderer mit einer selbstfahrenden Feldspritze, der grünen Amazone, auf den Hof fährt. „Die kommt gerade vom TÜV“, informiert Wolfgang Grübler. Mit über 70 Jahren ist er noch immer im Vorstand, hat er die Kontrolle über alle Vorgänge auf dem Hof.