Dresden/Köln. Wer Rundfunkbeitrag zahlt, kann seinen Kontostand ab sofort direkt im Internet überprüfen. Der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio hat am 28. September 2026 eine neue Funktion freigeschaltet. Sie zeigt, ob das eigene Beitragskonto ausgeglichen ist, Zahlungen fehlen oder zu viel Geld überwiesen wurde. Auch die nächsten Zahlungstermine werden angezeigt. Eine Registrierung ist dafür nicht erforderlich.
Der Service richtet sich an Privatpersonen und ist rund um die Uhr kostenlos erreichbar. Für die Abfrage werden lediglich die neunstellige Beitragsnummer und das Geburtsdatum der Person benötigt, auf deren Namen das Beitragskonto geführt wird. Kontostand beim Beitragsservice prüfen
So funktioniert der neue Kontostand-Check
Nach Eingabe der Beitragsnummer und des Geburtsdatums zeigt der Dienst den aktuellen Stand des Beitragskontos an. Nutzer erfahren damit beispielsweise, ob alle fälligen Zahlungen eingegangen sind, ein Zahlungsrückstand besteht oder ein Guthaben vorhanden ist. Außerdem werden die nächsten Zahlungstermine eingeblendet.
Die Beitragsnummer besteht aus neun Ziffern. Wer sie nicht auswendig kennt, findet sie laut Beitragsservice auf der Anmeldebestätigung, auf Kontoauszügen, Zahlungsaufforderungen oder oben rechts auf Schreiben des Beitragsservice.
Eine Anmeldung mit Benutzerkonto oder Passwort ist nicht vorgesehen. Der Beitragsservice begründet die Kombination aus Beitragsnummer und Geburtsdatum damit, einen einfachen Zugang zu ermöglichen und gleichzeitig nur die für die Kontostandsauskunft notwendigen Informationen anzuzeigen.
Kai Winter, Geschäftsbereichsleiter Operations beim Beitragsservice, sagt dazu: „Mit der Möglichkeit, den Kontostand digital abzufragen, entsprechen wir dem konkreten Bedarf der Menschen, einen Überblick über das eigene Beitragskonto zu erhalten. Mit dem neuen Online-Service bieten wir Beitragszahlerinnen und Beitragszahlern eine zeitgemäße, schnelle und effiziente Alternative zu einem Anruf bei unserer Hotline“.
In Sachsen sind 2,07 Millionen Wohnungen angemeldet
Für Sachsen ist der neue Service für einen großen Teil der Bevölkerung relevant. Nach den aktuellsten verfügbaren Zahlen des Beitragsservice waren zum 31. Dezember 2025 genau 2.066.655 Wohnungen in Sachsen zum Rundfunkbeitrag angemeldet. Hinzu kamen 212.219 registrierte Betriebsstätten. Insgesamt führte der Beitragsservice für Sachsen 2.364.987 Beitragskonten.
Gegenüber Ende 2024 ging die Zahl der angemeldeten Wohnungen etwas zurück. Damals waren es 2.076.389 Wohnungen. Innerhalb eines Jahres sank die Zahl damit um 9.734.
Die Zahl von 2,07 Millionen darf allerdings nicht mit 2,07 Millionen voll zahlenden Haushalten gleichgesetzt werden. Der Beitragsservice weist nicht separat aus, wie viele sächsische Haushalte tatsächlich den vollen Beitrag entrichten.
Ende 2025 waren in Sachsen 5,75 Prozent der registrierten Wohnungen aus sozialen Gründen vom Rundfunkbeitrag befreit. Insgesamt bestanden 118.706 persönliche Befreiungen. Weitere 24.937 Personen zahlten einen ermäßigten Beitrag. Hinzu kommen Befreiungen, die aus anderen Gründen möglich sind, beispielsweise für bestimmte Nebenwohnungen. Eine exakte aktuelle Zahl der Haushalte in Sachsen, die tatsächlich den vollen Beitrag von 18,36 Euro zahlen, lässt sich aus den veröffentlichten Daten deshalb nicht ermitteln.
Damit ist die sauberste Größenordnung: Rund 2,07 Millionen Wohnungen sind in Sachsen beim Beitragsservice registriert, die Zahl der tatsächlich voll zahlenden Haushalte liegt darunter.
Was Nutzer bei Rückstand oder Guthaben sehen
Der neue Dienst soll mehr können als lediglich einen Saldo anzeigen. Besteht ein Zahlungsrückstand, sollen Nutzer direkt Hinweise erhalten, wie sie ihr Beitragskonto ausgleichen können. Der Beitragsservice will die Funktionen künftig anhand des Nutzungsverhaltens weiterentwickeln.
Der reguläre Rundfunkbeitrag beträgt derzeit 18,36 Euro pro Wohnung und Monat. Wie viele Personen dort leben, spielt für die Höhe keine Rolle. Eine Familie oder Wohngemeinschaft zahlt damit grundsätzlich denselben Beitrag wie ein Single-Haushalt. Regulär werden jeweils drei Monate zusammen abgerechnet, also 55,08 Euro.
Auch wer den Beitrag per SEPA-Lastschrift abbuchen lässt, kann den neuen Kontostand-Service verwenden. Gerade dort kann die Abfrage interessant sein, wenn nach einem Umzug, einer Ummeldung oder einer Änderung des Beitragskontos unklar ist, ob alles korrekt verbucht wurde.
Für Unternehmen gilt der neue Dienst nicht. Sie verwalten ihre beitragspflichtigen Betriebsstätten und Fahrzeuge über ein separates Service-Portal.
Von der GEZ zum Rundfunkbeitrag
Der heutige Beitragsservice entstand 2013 aus der Gebühreneinzugszentrale, kurz GEZ. Mit der Umstellung wurde die frühere geräteabhängige Rundfunkgebühr durch einen wohnungsbezogenen Beitrag ersetzt. Deshalb wird der Rundfunkbeitrag umgangssprachlich bis heute häufig als „GEZ“ bezeichnet.
Bundesweit waren Ende 2025 rund 40,45 Millionen Wohnungen beim Beitragsservice angemeldet. Die gesamten Erträge aus dem Rundfunkbeitrag lagen 2025 bei rund 8,72 Milliarden Euro.
Die Höhe und Ausgestaltung des Rundfunkbeitrags sorgt regelmäßig für politische und juristische Auseinandersetzungen. DIE SACHSEN NEWS hat unter anderem über den Streit um den Rundfunkbeitrag und ein Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts berichtet.