Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Görlitz News

Umweltamt bittet um Rücksicht beim Einsatz von Mährobotern

Umweltamt bittet um Rücksicht beim Einsatz von Mährobotern
Symboldbild pixabay TomaszProszek
Von: Uwe Tschirner
Das Umweltamt des Landkreises Görlitz ruft zu einem vorsichtigen Umgang mit Mährobotern auf, um Igel und andere Kleintiere zu schützen. Vor allem in der Dämmerung und nachts kann der Einsatz für Wildtiere lebensgefährlich sein.

Das Umweltamt des Landkreises Görlitz bittet Bürgerinnen und Bürger sowie Kommunen um Rücksicht beim Einsatz von Mährobotern. Vor allem für Igel ist der nächtliche Betrieb besonders gefährlich, da sie dämmerungs- und nachtaktiv sind und bei Gefahr meist nicht fliehen, sondern sich zusammenrollen oder reglos verharren. Dadurch werden sie von den Geräten leicht übersehen und verletzt. In den vergangenen Jahren kam es im Landkreis Görlitz vermehrt zu Funden verletzter Igel. Selbst leichte Schnittverletzungen können schwere Entzündungen auslösen und im schlimmsten Fall tödlich enden. Betroffen sind außerdem auch andere Kleintiere wie Nagetiere, Amphibien, Reptilien, Insekten und Jungvögel. Das Umweltamt empfiehlt daher, die Betriebszeiten von Mährobotern an den Hauptaktivitätszeiten des Igels auszurichten. Der Einsatz sollte ab einer halben Stunde vor Sonnenuntergang bis eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang des Folgetages eingestellt werden. Tagsüber können Mähroboter weiterhin uneingeschränkt genutzt werden.

Mehr aus dieser Kategorie

Dass Handlungsbedarf besteht, zeigt nicht nur der Eindruck aus Igelpflegestellen und Wildtierauffangstationen im Landkreis, sondern auch die 2020 aktualisierte Rote Liste der Säugetiere, die einen erheblichen Bestandsrückgang von Igeln dokumentiert. Igel gehören zudem zu den besonders geschützten Arten. Für sie gelten die artenschutzrechtlichen Zugriffsverbote nach § 44 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 Bundesnaturschutzgesetz. Es ist damit unter anderem verboten, Igel zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Gerade Siedlungsbereiche mit Grün- und Parkanlagen, Friedhöfe oder private Gärten sind für Igel wichtige Rückzugsräume mit reichlich Nahrung. Hier finden sie Schnecken, Käfer und Raupen und leisten zugleich als Nützlinge einen wichtigen Beitrag für das ökologische Gleichgewicht. Landkreise, Städte, Gemeinden sowie Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer tragen deshalb eine besondere Verantwortung. Wer Mähroboter achtsam und zur richtigen Zeit einsetzt, schützt nicht nur Igel, sondern auch viele andere Tiere und trägt dazu bei, ihren Lebensraum sicherer zu machen.

Uwe Tschirner
Artikel von

Uwe Tschirner

Uwe Tschirner ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.

Social Media