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Sonderführung zur Zwangsarbeit in Großschweidnitz

Sonderführung zur Zwangsarbeit in Großschweidnitz
Foto: Arbeitsausweis der Zittwerke, ausgestellt für Jurij Burrdeha (SächsHStA Dresden)
Von: Uwe Tschirner
Am 29. Mai lädt die Gedenkstätte Großschweidnitz zu einer kostenfreien Sonderführung über das Schicksal psychisch erkrankter Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter ein.

Am Freitag, den 29. Mai, bietet die Gedenkstätte Großschweidnitz um 17.00 Uhr eine Sonderführung zum Thema „Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in der NS-Psychiatrie“ an. Treffpunkt ist der Friedhofsweg in 02708 Großschweidnitz. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Rundgang ist barrierefrei. Die Führung widmet sich dem Schicksal psychisch erkrankter Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die während des Zweiten Weltkriegs in die psychiatrische Anstalt Großschweidnitz kamen.

Millionen Menschen wurden damals aus ihren Heimatländern in das Deutsche Reich verschleppt und mussten unter oft unmenschlichen Bedingungen in Fabriken oder in der Landwirtschaft Zwangsarbeit leisten. Die körperliche Belastung, aber auch die seelischen Folgen dieser Ausbeutung führten bei vielen Betroffenen zu schweren Erkrankungen. Wer daraufhin nicht mehr arbeitsfähig war, wurde in psychiatrische Einrichtungen eingewiesen – mit dem Ziel, die Arbeitskraft möglichst schnell wiederherzustellen. In Großschweidnitz wurden allein während des Zweiten Weltkrieges etwa 140 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aufgenommen. Mehr als 100 von ihnen starben innerhalb kurzer Zeit und fielen den nationalsozialistischen Krankenmorden zum Opfer.

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Die Sonderführung zeichnet diese Geschichte vor dem Hintergrund der NS-Verbrechen nach und macht zugleich sichtbar, wie mit den Opfern nach 1945 umgegangen wurde. Anhand erhaltener Grabsteine, Erinnerungstafeln und des als „Ausländerabteil“ bezeichneten Friedhofsbereichs werden ausgewählte Lebensgeschichten vorgestellt. Die Führung beleuchtet damit nicht nur die Gewaltgeschichte der NS-Psychiatrie, sondern auch Fragen der Erinnerungskultur und des Gedenkens an die Opfer. Die Veranstaltung ist Teil des Programms der Städtischen Museen Zittau zum Thema „Staatsgeheimnis! Die Zittwerke. Ein NS-Rüstungskonzern im Nationalsozialismus“.

Foto: Arbeitsausweis der Zittwerke, ausgestellt für Jurij Burrdeha (SächsHStA Dresden). Weitere Informationen sind auf der Webseite der Gedenkstätte Großschweidnitz abrufbar. Für Rückfragen steht Dr. Maria Fiebrandt von der Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Verfügung.

Uwe Tschirner
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Uwe Tschirner

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