Am Freitag, den 29. Mai, bietet die Gedenkstätte Großschweidnitz um 17.00 Uhr eine Sonderführung zum Thema „Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in der NS-Psychiatrie“ an. Treffpunkt ist der Friedhofsweg in 02708 Großschweidnitz. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Rundgang ist barrierefrei. Die Führung widmet sich dem Schicksal psychisch erkrankter Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die während des Zweiten Weltkriegs in die psychiatrische Anstalt Großschweidnitz kamen.
Millionen Menschen wurden damals aus ihren Heimatländern in das Deutsche Reich verschleppt und mussten unter oft unmenschlichen Bedingungen in Fabriken oder in der Landwirtschaft Zwangsarbeit leisten. Die körperliche Belastung, aber auch die seelischen Folgen dieser Ausbeutung führten bei vielen Betroffenen zu schweren Erkrankungen. Wer daraufhin nicht mehr arbeitsfähig war, wurde in psychiatrische Einrichtungen eingewiesen – mit dem Ziel, die Arbeitskraft möglichst schnell wiederherzustellen. In Großschweidnitz wurden allein während des Zweiten Weltkrieges etwa 140 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aufgenommen. Mehr als 100 von ihnen starben innerhalb kurzer Zeit und fielen den nationalsozialistischen Krankenmorden zum Opfer.