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Historisches Projekt nimmt Gestalt an: REWE feiert Baufortschritt im Görlitzer Waggonbau-Areal

Historisches Projekt nimmt Gestalt an: REWE feiert Baufortschritt im Görlitzer Waggonbau-Areal
Foto: REWE Markt GmbH
Von: Uwe Tschirner
Im Görlitzer Waggonbau-Areal entsteht bis Ende 2026 ein moderner REWE-Markt in denkmalgeschützter Industriearchitektur. Beim Bergfest mit der Arbeitsgemeinschaft Historische Städte wurde der Fortschritt auf der Baustelle sichtbar.

Ein neues Kapitel für ein Stück Görlitzer Industriegeschichte

Auf dem denkmalgeschützten Waggonbau-Areal in Görlitz wird derzeit ein Ort neu belebt, der für die Stadt seit Generationen prägend ist. REWE entwickelt das frühere Waggonbauwerk I zu einem modernen Nahversorgungsstandort weiter und investiert dafür rund 15 Millionen Euro. Bis Ende 2026 soll hier ein Markt entstehen, der den historischen Charakter des Geländes bewahrt und zugleich den Alltag der Menschen in der Stadt erleichtert.

Das Gelände steht seit 1849 für die industrielle Entwicklung Görlitz’ und ist weit mehr als eine alte Fabrikfläche. Statt das Areal zu ersetzen, wird die bestehende Bausubstanz behutsam revitalisiert. Ziel ist ein Lebensmittelmarkt, der sich sichtbar in das historische Ensemble einfügt und dessen Architektur nicht überdeckt, sondern aufgreift.

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Denkmalgeschützte Bausubstanz wird sorgfältig weiterentwickelt

Bei den laufenden Arbeiten wurde die geschützte Fassade gereinigt, in Abstimmung mit dem Denkmalamt ausgebessert und mit neuen Fenstern versehen. Auch erhaltene Fenstergitter wurden aufgearbeitet und wieder montiert. Der ursprüngliche Schornstein, das ehemalige Kesselhaus und die markante Dachform bleiben als wichtige Elemente des Ensembles erhalten.

„Die historische Substanz bleibt hier nicht Kulisse, sondern prägt den künftigen Markt sichtbar mit“, sagt REWE-Planungsmanager Florian Nain. Ergänzt wird die Revitalisierung durch eine neue fußläufige Verbindung von der Conrad-Schiedt-Straße zur Bautzner Straße 36, die das Areal besser in das städtische Umfeld einbindet. So entsteht aus einem lange leerstehenden Gebäudekomplex ein Ort mit neuer Funktion und klar erkennbarem Bezug zur Vergangenheit.

Moderne Nahversorgung unter historischen Dachformen

Auf rund 2.000 Quadratmetern Verkaufsfläche soll ein Einkaufsort entstehen, der Architektur und Funktion miteinander verbindet. Die verglaste Front bringt viel Tageslicht in den Markt und schafft eine offene, freundliche Atmosphäre. Gleichzeitig setzt das Projekt auf energieeffiziente Technik, verglaste Kühlmöbel, Wärmerückgewinnung und Grünstrom.

Auch das Angebot im künftigen Markt ist auf eine moderne Nahversorgung ausgerichtet. Vorgesehen sind unter anderem eine zwölf Meter lange Bedientheke für Fleisch, Wurst und Käse, eine Eat Happy Sushi Bar sowie eine Salatbar, an der Kundinnen und Kunden sich ihre Zutaten selbst zusammenstellen können. In der Vorkassenzone lädt das Bistro „deli am Markt“ mit Sitzbereich zum Verweilen ein. Zusätzlich sind vier Bandkassen, vier Self-Checkout-Kassen und der REWE Abholservice geplant.

Ein Standort mit regionaler Bedeutung und bekannten Gesichtern

Den Markt wird der Görlitzer Kaufmann Benjamin Geschwill als selbstständiger Kaufmann führen. Für ihn ist das Projekt auch persönlich ein besonderer Schritt. „Ich freue mich sehr darauf, dieses einzigartige Objekt mit Leben zu füllen. Viele bekannte Gesichter aus dem Standort in Rauschwalde werden auch im neuen REWE Teil des Teams sein“, sagt er. Damit bleibt ein Teil der bisherigen Belegschaft erhalten und der Übergang für Kundschaft und Mitarbeitende nachvollziehbar.

Für Görlitz bedeutet die Entwicklung nicht nur einen neuen Einkaufsstandort, sondern auch die Wiederbelebung eines Ortes mit starker lokaler Identität. Die Verbindung von historischer Architektur, moderner Technik und täglicher Versorgung macht das Projekt zu einem Beispiel dafür, wie Denkmalpflege und wirtschaftliche Nutzung zusammengehen können.

Bergfest mit Fachbesuch auf der Baustelle

Zum Besuch der „Arbeitsgemeinschaft Historische Städte“ laden REWE und Benjamin Geschwill am 2. Juli zum Bergfest auf das geschichtsträchtige Gelände ein. Rund 20 Fachvertreterinnen und Fachvertreter aus ganz Deutschland erhalten gemeinsam mit Bürgermeister Octavian Ursu und der Denkmalbehörde Einblick in den Baufortschritt. Rohbau- und Sicherungsarbeiten sind weitestgehend abgeschlossen, die neuen Dachkonstruktionen stehen bereits.

„Die Fliesen sind gelegt, Wände sind verputzt, Kabel sind verlegt. Es ist faszinierend zu sehen, wie aus diesem Industrieareal ein moderner Lebensmittelmarkt entsteht“, fasst Geschwill den aktuellen Stand zusammen. Das Bergfest zeigt damit nicht nur den Baufortschritt, sondern auch, wie aus historischer Industriearchitektur ein zukunftsfähiger Stadtbaustein werden kann.

Uwe Tschirner
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Uwe Tschirner

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