Der Leipziger Polizeipräsident René Demmler stellt sich gegen überzogene Erwartungen an die Polizei bei der Begleitung der Demos gegen die Corona-Maßnahmen. Die Polizei fange derzeit die gesellschaftlichen Probleme auf der Straße auf, sagte Demmler. Polizeiliches Handeln werde diese Konflikte aber nicht lösen. Es schaffe höchstens einen Zeitpuffer, damit Politik und Gesellschaft die Probleme angehen könnten.
Für die Beamten seien die zahlreichen Demonstrationen eine erhebliche Belastung. Wenn es montags bis zu 50 Aktionen allein im Bereich der Polizeidirektion Leipzig gebe, überspanne das die Kräftesituation, sagte Demmler. Der Polizeipräsident kritisierte zudem pauschale Forderungen aus der Politik in Richtung der Polizei. Es scheine manchmal etwas aus dem Blick zu geraten, dass nach wie vor das Verhältnismäßigkeitsprinzip gelte.
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