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Veröffentlicht mit publizer in Sachsen

Geldspenden und Einsatz vor Ort: Hilfen für Flutopfer

Im Juli standen ganze Innenstädte unter Wasser - dieses Mal nicht in Sachsen, sondern vor allem in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Für viele Menschen ein Anlass, Hilfe aus den vergangenen Jahrzehnten zurückzugeben.

Verwüstete Innenstädte, zerstörte Wohnungen, Menschen, die vor dem Nichts stehen: Extremer Starkregen löste im Juli vor allem in Westdeutschland eine Hochwasserkatastrophe mit über 180 Toten aus. Besonders betroffen waren die Flüsse Ahr und Erft in den Kreisen Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) und Euskirchen (Nordrhein-Westfalen). In Sachsen weckten die Bilder Erinnerungen an die Hochwasserkatastrophen 2002 und 2013. Dementsprechend wollten viele Menschen in diesem Jahr helfen - und beteiligten sich an Spendenaktionen oder gründeten eigene Initiativen. Ein Blick auf die Welle der Solidarität.

#sachsenhilft

Angesichts der Hochwasserkatastrophe hatten der Freistaat und die Liga der Wohlfahrtsverbände Sachsen im Juli gemeinsam einen Spendenaufruf gestartet. 1,5 Millionen Euro kamen nach Angaben der Staatskanzlei auf dem Spendenkonto #SachsenHilft zusammen. Die Spenden gehen zu gleichen Teilen an die Ligen der Freien Wohlfahrtspflege Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

Helfende

Das Sturmtief Bernd sorgte nicht nur in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen für Zerstörung, auch Teile Sachsens waren betroffen. Für das Technische Hilfswerk (THW) ein großer Einsatz - 641 ehrenamtliche Kräfte aus Sachsen rückten aus und halfen im Freistaat selbst, in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Insgesamt kamen sie auf gut 52.000 Einsatzstunden, wie das THW mitteilte. Bei vielen Helfern seien Erinnerungen hochgekommen an die Hochwasser von 2002 und 2013. Auch Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) waren im Einsatz.

Sterne

«Licht aus dem Osten» nennt der frühere Superintendent Matthias Weismann aus Meißen eine Aktion, die er mit anderen organisiert hat: Der Ruhestands-Konvent der evangelischen Landeskirche, ein Zusammenschluss früherer Pfarrerinnen und Pfarrer, sammelte Spenden und schickte pünktlich zur Adventszeit 30 Herrnhuter Sterne nach Sinzig im Ahrtal. Sie hängen nun in Häusern, die von der Flut betroffen sind und zumindest in Teilen unbewohnbar sind. «Wir haben selbst genug Erfahrung mit Hochwasser in Sachsen, deshalb wollten wir ein Zeichen der Hoffnung schicken», sagte Weismann. Die Sterne verteilte eine Pfarrerin aus Sinzig.

Kupfer-Herzen

Von der Hochwasser-Katastrophe im Ahrtal sind auch viele Handwerksbetriebe betroffen. Für den Heizungs- und Sanitärfirmeninhaber Mike Schärschmidt aus Makranstädt ein Anlass, selbst zu helfen. Zu seinem 45. Firmenjubiläum im Sommer wünschte er sich Spenden statt Geschenke - und sammelte 6000 Euro ein. Doch das reichte ihm nicht - Schärschmidt begann, in seiner Firma Kupfer-Herzen zu bauen und diese zu verkaufen. Parallel eröffnete er das gemeinnützige Spendenkonto «Ein Herz fürs Ahrtal». 77.000 Euro kamen laut Schärschmidts Angaben zusammen.

Kirchen

Auch die Kirchen zeigten sich in der Krise solidarisch. Das Bistum Dresden-Meißen stellte laut eigenen Angaben 30.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung. Gläubige waren außerdem aufgefordert, auf das Hilfskonto der Caritas und des Bistums Trier zu spenden. Hilfe kam auch von einigen Kirchengemeinden - sowohl katholisch als auch evangelisch. Der Evangelisch-Lutherische Kirchenbezirk und die Diakonie Leipziger Land etwa sammelten 48.000 Euro, die an eine betroffene Kita in Leverkusen gingen.

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