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Vorerst letzte Doku: Wolfgang Stumph zeigt Zusammenhalt

Die Fahrt auf den Spuren von «Go Trabi Go» war sein erster Dokumentarfilm. Seitdem hat Publikumsliebling Wolfgang Stumph jährlich einen Streifen produziert - Haltung und Moral inklusive.

Schauspieler und Kabarettist Wolfgang Stumph hat im Sommer wieder einen Dokumentarfilm gedreht. Es ist der siebte, seit er mit «Go Trabi Go Forever» 2015 das Genre für sich entdeckte - und sein vielleicht letzter. «Es geht um das Zusammenhalten», sagte der 76-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Erzählt werden Geschichten von Menschen, die sich für Gemeinschaft engagieren und damit Zusammenhalt schaffen: ein seit Kindheit auf den Rollstuhl angewiesenen Mühlhausener, der Menschen mit und ohne Handicap vereint, ein Orgelbauer in der Lausitz, der eine 150 Jahre lange Familientradition fortsetzt, eine junge Bergretterin, die mit Jugendlichen arbeitet, oder ein Jazzpianist, der zusammen mit Gleichgesinnten im Altenburger Land einen alten Vierseithof zum Kulturzentrum machte.

Angesichts von Krieg in Europa, Klimakrise und negativen Folgen der Globalisierung sei es das Wichtigste, «dass wir endlich verstehen, dass wir im Kleinen lernen und üben müssen, zusammenzuhalten und nur dann etwas schaffen und Größeres angehen können», beschrieb Stumph sein Anliegen. «Wenn nicht jetzt, wann dann braucht es die Erkenntnis für die Zukunft, dass wir nur solidarisch bestehen können.»

Auch der Sendetermin des Films mit dem Titel «ZusammenHalten» ist kein Zufall: 3. Oktober, der Tag der Deutschen Einheit, zur «Primetime», aber wieder nur im MDR. Nur einer seiner bisherigen Dokumentarfilme hat es auch in ein anderes Drittes Programm geschafft, obwohl allen eine gesamtdeutsche Sicht immanent ist. Stumph zeigt sich überzeugt, dass auch westdeutsche Zuschauer Interesse daran haben, «weil sie eine Beziehung zu den ostdeutschen Ländern haben oder neugierig auf die Menschen dort sind».

Der vorletzte Dokfilm «Unsere Elbe» sei nur dank eines, wie Stumph sagt, «Husarenstücks und am MDR vorbei» auch im NDR gelaufen. Der umtriebige Künstler hatte bei einer Talkshow kurzerhand dessen Intendanten darauf angesprochen und damit überzeugt, dass er als ZDF-Krimikommissar «Stubbe» in Hamburg und Dresden ermittelte, der Fluss Ost und West als Lebensader verbindet. «Bei Schlager, Quiz und Krimis sind selbst Wiederholungen leichter in den Dritten unterzubringen.»

Stumpi, wie Fans ihn nennen, macht nun erstmal Schluss mit Dokumentationen. «Es wird eine Pause geben und einen neuen Absprung.» Er will erstmal sondieren, wie stark er noch Filme anstoßen und befördern will - oder einfach nur spielen, wenn Haltung und Moral der Rolle stimmen.

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