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Handwerkstag fordert Reform des Einkommenssteuerrechts

Eine angehende Konditorin schneidet einen Kuchenboden durch. Foto: picture alliance/dpa/Symbolbild
Eine angehende Konditorin schneidet einen Kuchenboden durch. Foto: picture alliance/dpa/Symbolbild

Der Sächsische Handwerkstag fordert von der künftigen Bundesregierung eine umfassende Reform des Einkommensteuerrechts. Vor allem kleine und mittlere Einkommen würden nach wie vor über Gebühr belastet und benachteiligt, sagte Handwerkstagspräsident Jörg Dittrich am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Dresden. Grund sei die sogenannte kalte Progression bei der Einkommenssteuer, durch die die Belastung mit jedem zusätzlich verdienten Euro zunimmt.

Eine Entlastung sei nach Ansicht des Handwerkstages darüber hinaus etwa über die Senkung der Lohnnebenkosten zu erreichen. Davon würden im Handwerk vor allem personalintensive Unternehmen wie Friseure, Kosmetiker oder Nahrungsmittelhandwerker profitieren. Denn diese Unternehmen würden auch durch die Anhebung des Mindestlohnes in besonderen Zugzwang geraten.

«Wenn gesetzliche Mindestlöhne steigen, erhöhen sich nicht nur für den Arbeitgeber die Lohnnebenkosten, sondern ebenso muss der Arbeitnehmer mehr Steuern und Sozialversicherungsbeiträge an den Staat abführen. Gewinner ist auch hierbei praktisch nur der Staat durch enorme Mehreinnahmen», sagte Dittrich.

Zudem fordert der Handwerkstag vor allem für Kleinbetriebe bürokratische Entlastungen. Darüber hinaus soll berufliche Bildung sowohl gesellschaftlich als auch politisch aufgewertet werden. Das sei aus Sicht des Sächsischen Handwerks etwa durch die bundesweite Auswertung des Azubi-Tickets und die deutliche Aufwertung des Meisterbonus möglich.

Abseits der Forderungen an die künftige Bundesregierung sieht sich das Handwerk im Freistaat derzeit auf einem guten Weg. Die Konjunktur in der Branche habe im Herbst dieses Jahres an Fahrt aufgenommen. «Als Konjunkturmotor erweisen sich vor allem Betriebe aus dem Bau- und Ausbaugewerbe, gefolgt von Handwerken für den gewerblichen Bedarf mit ebenfalls überwiegend gefüllten Auftragsbüchern», hieß es.

Dennoch seien die Unternehmer mit Blick auf den Winter nur gedämpft optimistisch. Die Gründe dafür liegen bei Lieferengpässen, Materialknappheit und steigenden Preisen bei Zulieferern, wie Handwerkstag-Vizepräsident Tobias Neubert sagte. Skeptisch seien vor allem die Betriebe, die durch die Corona-Pandemie schon einmal besonders von Einschränkungen betroffen waren.

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Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH