Das historische Kavalierhaus im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau (Landkreis Görlitz) wird nach Plänen von Architekturbüros in Berlin und Dresden zum Informations- und Bildungszentrum umgebaut und erweitert. Die Jury des Architekturwettbewerbs wählte die Entwürfe von Architektur knoppekgrahl (Berlin) und der Dresdner RBZ Generalplanungsgesellschaft mbH sowie von hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH (Berlin) aus. Bei der Vorstellung am Mittwoch in Bad Muskau bezeichnete Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) das Projekt laut Mitteilung als «echte Bereicherung» für die Lausitz. Die Einrichtung im deutsch-polnischen Geopark Muskauer Faltenbogen soll ab 2024 entstehen und drei Jahre später genutzt werden können.
«Das Weltkulturerbe Muskauer Park ist ein Gesamtkunstwerk mit großer internationaler Strahlkraft», sagte Kretschmer. Mit dem Zentrum entstehe «ein weiterer großer Schatz in der Lausitz». Er dankte dem Bund für «die starke ideelle und finanzielle Unterstützung». Der beteiligt sich mit 14 Millionen Euro an dem Vorhaben, der Freistaat trägt 20 Millionen Euro der Gesamtinvestition.
«In Bad Muskau versöhnen sich Kultur und Natur auf einzigartige Weise», sagte Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) laut der Mitteilung. Das neue Besucherzentrum orientiere sich an den historischen Vorgängerbauten, habe aber eine überzeugende moderne Architektursprache gefunden, «die sich sensibel in diese einzigartige Kulturlandschaft einfügt».
Nach Angaben des Finanzministeriums wurden zu dem Wettbewerb insgesamt 59 Beiträge aus dem In- und Ausland eingereicht. Der Siegerentwurf verbinde massive Flügelbauten, einen halboffenen Patio und einen fließenden Übergang zum Außengelände des Hofs. Dort sollen künftig im Sinne eines Science Centers geologische Prozesse, Rohstoffgewinnung und die Folgen für die Landschaft veranschaulicht und über deren wirtschaftliche Nutzung bis zum aktuellen Strukturwandel in der Braunkohleregion informiert werden.
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