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Ermittlungen zu Missbrauch in der Kirche nach Anzeige

06.12.2018 von

Foto: dpa / Friso Gentsch

Nach einer Strafanzeige im Zuge der Aufklärung von Missbrauchsfällen in der Katholische Kirche hat die Görlitzer Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet. «Ein Ergebnis liegt noch nicht vor», sagte ein Sprecher auf Anfrage am Donnerstag. Nötig sei eine genaue Prüfung, da die im Auftrag der deutschen Bischöfe erstellte Studie zum sexuellen Missbrauch an Minderjährigen von Priestern, Diakonen und Ordensleuten anonymisierte Daten enthalte. «Das wird noch eine Weile dauern.» Nähere Angaben machte der Sprecher nicht. Das Bistum Görlitz kooperiert.

Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» berichtete, dass sechs Juristen im Oktober bei mehreren Staatsanwaltschaften Anzeige wegen sexuellen und schweren sexuellen Missbrauchs gestellt hätten. Auch Behörden in Köln und Passau ermittelten, in Hildesheim sei ein Verfahren eröffnet worden. Weitere 20 Staatsanwaltschaften prüften noch.

Laut der Studie sollen bundesweit zwischen 1946 und 2014 insgesamt 1670 katholische Kleriker 3677 meist männliche Minderjährige sexuell missbraucht haben. Das Bistum Görlitz hat bisher Hinweise auf einen Betroffenen. Der beschuldigte Priester ist gestorben und konnte nicht befragt werden, das Opfer erhielt in Anerkennung des erlittenen Leids eine Entschädigung. Generalvikar Alfred Hoffmann rechnet «mit einem Dunkelfeld», weil Opfer sich aus Scham nicht melden oder tot sind.

Inhalt: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bilder: dpa / Friso Gentsch

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