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«DenkRaum» statt Busmannkapelle: Erinnerung an Sophienkirche

09.10.2020 von

Foto: Eine Glasfassade umgibt die Gedenkstätte Busmannkapelle auf dem Grundriss der Sophienkirche. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Nach zwölf Jahren Bauzeit hat Dresden eine Erinnerungsstätte für die verlorene Sophienkirche in der Altstadt. Der Gedenkort für das einst älteste Gotteshaus der Stadt wurde am Freitag eröffnet. Mit der Schlüsselübergabe an die Bürgerstiftung Dresden wurde aus der in abstrahierter Form wiedererrichteten Busmannkapelle mit originalen Fragmenten der früheren Ausstattung ein «DenkRaum». Die «Heilung dieser noch offenen Wunde» sei nur durch langjähriges bürgerschaftliches Engagement möglich geworden, sagte Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU).

Auf dem historischen Sophienkirchen-Grundriss führen vier Stelen statt der früheren Pfeiler zu der stilisierten Kapelle, die ein Pavillon aus Stahl mit einer sich selbst tragenden, 14 Meter hohen Glasfassade umgibt. Die Baukosten in Höhe von 4,8 Millionen Euro wurden von Land, Stadt, evangelischer Kirche sowie aus früherem SED-Vermögen finanziert. Zudem kamen über 300 000 Euro Spenden zusammen.

Die Reste der 1945 schwer beschädigten Kirche waren 1962/63 abgetragen worden, nachdem SED-Chef Walter Ulbricht sie aus dem Wiederaufbau-Modell für die kriegszerstörte Stadt entfernt hatte. Bemühungen um den Erhalt der wiederaufbaufähigen Ruine des einzigen gotischen Bauwerks der Stadt blieben vergeblich. Seit 1989 engagierten sich Bürger für eine Erinnerungsstätte, 2010 wurde der Grundstein dafür gelegt. Originalteile wie Konsolenbüsten der Bürgermeisterfamilie Busmann, den Stiftern im 14. Jahrhundert, sowie zwölf historische Grabplatten erinnern an das einstige Bauwerk.

Inhalt: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bilder: Eine Glasfassade umgibt die Gedenkstätte Busmannkapelle auf dem Grundriss der Sophienkirche. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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