Ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod einer 37-Jährigen in Freital bei Dresden ist deren Lebensgefährte wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von achteinhalb Jahren verurteilt worden. Das Landgericht Dresden ordnete am Donnerstag zugleich die Unterbringung des 39-Jährigen in der Psychiatrie an. Von dem mehrfach vorbestraften Gewalttäter, gehe nach wie vor eine hohe Gefahr für die Allgemeinheit aus, sagte der Vorsitzende Richter Herbert Pröls zur Begründung. Aufgrund der Erkrankung des Mannes gehe die Kammer von einem minderschweren Fall aus.
Der Verurteilte hatte die Altenpflegerin Ende Januar 2020 im Zuge einer längeren Auseinandersetzung erheblich verletzt und schließlich erwürgt. Einen Monat lang lebte er mit der Toten in der Wohnung, als die Tat bemerkt wurde, war die Leiche teils mumifiziert. Der Deutsche war im August 2019 zu der Frau gezogen. Er habe sie wie vorige Partnerinnen «auch als soziale Auffangstation» benutzt, sagte Pröls.
Schnell habe es Streit und auch Gewalt gegeben, beide hatten ein Alkoholproblem. Schon Anfang Januar hatte die Polizei eine Auseinandersetzung beendet, bei der die Frau lebensbedrohlich verletzt worden war. Diese Tat bezeichnete Pröls als «Blaupause». Sie hatte den Mann auch danach aus Angst nicht angezeigt und vorgegeben, mit ihm verlobt zu sein - ein tödlicher Fehler nach Überzeugung des Gerichts.
Der Angeklagte hatte während des Prozesses geschwiegen. Seine Verteidiger halten ihn für schuldunfähig und hatten neben Unterbringung Freispruch beantragt.
Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH