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„Berufsaktive“ Menschen als politische „Problemgruppe Nr.1“

25.09.2019 von

Foto: Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Vor einigen Wochen, Ende August, erschien in den Dresdner Neuesten Nachrichten ein Artikel, der sich auf Äußerungen des Chefs der Bundeszentrale für politische Bildung in Berlin bezog. Thomas Krüger, so heißt er, stellte dar, dass er „Berufstätige am anfälligsten für rechtsextremistische Ansichten“ hält. „Die Problemgruppe Nummer eins sind die berufsaktiven Menschen“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ … „Die … sind nicht in formalen Infrastrukturen politischer Bildung eingebunden und haben neben Job und Familie ein relativ geringes Zeitbudget zur Verfügung.“ „Junge Menschen wiesen hingegen noch vor den Rentnern die größte Widerstandskraft gegenüber rechtsextremen Ideen auf. Das zeigten die empirischen Befunde.“

Empirischer Befund ist auf jeden Fall erst einmal auch, dass die meisten ganz jungen und die ganz alten Leute teilweise oder ganz ihr Geld vom Staat beziehen. Und natürlich haben Rentner mehr Lebenserfahrung als Berufsstarter. Es ist auch allen klar, dass Menschen, die wirklich arbeiten gehen, weniger Zeit für andere Dinge haben als Menschen, die nicht arbeiten gehen (müssen). Und sicherlich gibt es viele Gründe, lieber mit den eigenen Kindern etwas zu unternehmen, als sich in einer Belehrungsveranstaltung der Bundeszentrale zu langweilen. All das sind empirische Befunde, die das Leben schreibt.

Und nun kommt einer daher, der schon sehr lange davon lebt, dass es Menschen gibt, die Steuern erwirtschaften und langt hin. Das Gehalt von Herrn Krüger kommt aus Steuern. Er zahlt zwar auch welche, aber das sind ja keine echten Steuern, sondern die kommen schon aus Steuergeldern anderer. Nettosteuerzahler ist Herr Krüger nicht, schon seit Jahrzehnten nicht, wie ein Blick in seine Biographie offenbart. Diejenigen, die sein Leben finanzieren, sind für ein politischer „Problemfall“, weil sie nicht so viel lesen und reden können wie er. Deshalb seien sie „anfällig für rechtsextreme Gedanken“, die er als Sozialdemokrat natürlich festlegt und definiert. Da muss man erst einmal drauf kommen. Der Chef der Bundeszentrale als Chefideologe. Bin ich überrascht? Ideologische Gleichschaltung statt überzeugende Politik - wie lange wollen sich die Normalen diesen Quark noch bieten lassen?

Solche Äußerungen werfen auch ganz klar die Frage auf, ob ihm das viele Lesen und Reden überhaupt echten Erkenntnisgewinn gebracht haben. Der Grad der intellektuellen Selbstbeschäftigung hat inzwischen ein Niveau der Geistlosigkeit erreicht, dass ich geneigt bin, wieder einmal nach ein paar Jahrzehnten fest zu stellen: Politiker in die Produktion.

Quelle: DNN online, 27.8.2019   05:01 Uhr

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